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1 (1884) Aaskow - Chavasse
Entstehung
Seite
531
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BORRELLI. BOREICHIUS.

Ausbruch des Aetna in seiner Historia et meteorologia incendii Aetnei 1669"1670 in London gedruckt) besehrieb und die Monumente von Syracus und Girgentiilhistrirte, wie auch die Werke des Mathematikers Aokolico und die GedichteRani's sammelte und veröffentlichte. Im Jahre 1674 nahm er Theil an dem Auf-stände Siciliens gegen die spanische Herrschaft; dann verbannt und von einemuntreuen Diener bestohlen, flüchtete er in grösster Armuth nach Rom, wo er imPiaristenkloster Unterkunft fand und Lehrer der Mathematik, dann Leibarzt derschwedischen Königin Maria Christina wurde. Hier verfasste er auch seinberühmtes Werk:De motu animaliurn", welches er, mittelst der ihm von derKönigin gewährten Geldunterstützung zu veröffentlichen begann. Der erste Theilwurde von ihm selbst im December 167!) besorgt, der zweite (da ihn inzwischengegen Ende des Jahres 1679 eine acute Lungenaffection dahinraffte) von seinemgelehrten Freunde P. Carlo Giovanni da Gesu , Präfect der Piaristenschule. Dererste Theil dieses wichtigen Werkes, welches den medicinisclien Studien jener Zeitzum ersten Male eine positive Richtung gab, behandelt die Gesetze der lebendigenBewegung der Thiere, die Muskelcontraction und den Nerveneinfluss auf dieselbe,die Winkelbildung bei der Bewegung, den Widerstand der Luft und des Wassers,die Hebelwirkung bei der Beugung und Extension der Extremitäten. Wenn mandie zu jener Zeit gebräuchlichen Ausdrücke richtig interpretirt, findet man indiesem Theile des Werkes die Endosmose und Imbibition, den Turgor vitalis unddie Erection, die Elasticität, den Bluteinfluss, die Muskelcontraction, die Nerven-thätigkeit in einer für damals neuen und sehr positiven AVeise besprochen. Imzweiten Theile behandelt B. die Anatomie und Mechanik der willkürlichen undgemischten Bewegungen und bespricht den Kreislauf, die Athmung, die geschlecht-liche Fortpflanzung, die Ernährung, die Secretion und zuletzt auch das Fieber.Die Erregbarkeit des Herzens wurde von B. der Macht der Innervation zuge-schrieben; die Athmung wurde von ihm als eine passive Folge der Contractionder Intcrcosta'muskeln und des Zwerchfells und der Elasticität der inspirirten Lufterkannt, welche letztere das Blut verbessere und belebe. Das Belebungsprincipdes Blutes wurde von ihm Sal vitae genannt, dasselbe belebe auch den Fötusmittelst des Nabelstranges im Mutterleibe, während es nach der Geburt direct vonaussen eingeführt werden müsse. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung erkannteer die nothwendige Zusammenwirkung von Ei und Sperma; letzteres hat nichtblos eine das Ei erregende Macht, sondern nimmt einen thätigen Antheil an derEntwicklung des Keimes, wie die Erblichkeit der Aehiilichkeit und der Krank-heiten von Seite des Vaters bewiesen. Bezüglich der Ernährung sah B. dasBlut als das recoustituirende, die Nerven als das belebende Element an, undbezüglich der Absonderungen legte er Werth auf das mechanische Element derBewegung der Flüssigkeiten (worin er auf unsere Endomose und Exosmose anspielte)und auf das chemische Element der Gährung und des Stoffaustausches, wie auchauf die nervöse Einwirkung. Das Fieber galt ihm als eine Vergiftung desKörpers, wohl durch Gährungen veranlasst und er glaubte die Ursache derselbenan den Nerveneinmündungen in die Drüsen zu finden: die Nerveneinmüudungen,welche normaler Weise eine Flüssigkeit in die Drüsen gehen lassen sollten, solltenim Fieber diese Flüssigkeit zurückhalten, welche deshalb der Gährung verfieleund den Körper vergiftete. Als bestes gährungswidriges Mittel in dem epidemischenFieber von Messina , welches auf der Existenz von Fäulnisselementen in der Luft(aus dem Boden stammend) beruhte, galt ihm daher der Schwefel. Als Therapeutwar B. in bedeutendem Grade Skeptiker und daher sehr sparsam mit Mitteln.

Pucoinotti, Storia della Medicina. Uffreducci, Enciclopedia med. italiana.

Cantani.

Borri. Josephe Francois B., Jesuit und religiöser Fanatiker, dersich mit Chemie und Medicin beschäftigte. Geboren in Mailand 1627; daselbstgestorben 1695. Unger.

Borrichius, s. Borch, Oluf B.

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