ATKIXSOX. —
ATLEE.
Atkinson. Unter den zahlreichen englischen und amerikanischen Acrzten,welche den Namen A. führen, verdienen hier Erwähnung: James A., wegen dervon ihm bearbeiteten Biographien (Quelleaverzeichniss Nr. 27). — John J. A.,wegen seine „Theory and practice of midwifery and diseases of women andcliildren" (Edinburgh 1837); — ferner J. C. A. wegen seines Werkes: „Gkangeof air considered vrith regard to atmospheric pressure and its electric andmagnetic concomitants in the treatment o f covsumption and chronic disease:ivith a general conimentary on the rnost eligible Joealities for invalids (London1867), — endlich der amerikanische Histologe William IL A., welcher, ab-gesehen von verschiedenen Berichten etc., über Physiologie des Blutes, Histologieim Allgemeinen etc. gearbeitet hat.
Index catalogue. Red.
Atlee, Washington Lemuel A., am 22. Februar 1808 in Lancastergeboren, Abkömmling einer alten englischen Familie, begann im Jahre 1826 seinemedicinischen Studien in Philadelphia und wurde daselbst im Jahre 1829 zumDoctor promovirt. Nachdem er fünf Jahre als Landarzt prakticirt, zog er 1843nach Lancaster, woselbst er sehr bald zum Vorsteher des Lancaster CountyHospital gewählt wurde, ausgedehnte Praxis übte und Privat-Curse über Chemiegab. 1844 folgte er einem Rufe als Lehrer der medicinischen Chemie an derUniversität zu Philadelphia. 1852 legte er dieses Amt nieder und widmete sichgänzlich der chirurgischen und gynäkologischen Praxis bis zu seinem im Jahre1878 erfolgten Tode. A. war ein scharfer Diagnostiker und bedeutender Operateur.Er hat vor Allem das grosse Verdienst, der bis dahin noch wenig und selten mitErfolg ausgeführten, ja als Verbrechen verschrieenen (Hariotomie mit dem ganzenMuthe eines Mannes zu ihrem vollen Bürgerrechte in Amerika verholfen zu haben.Im Jahre 1844 machte er nach den sorgfältigsten Vorstudien seine erste Ovari-otomie. Die Kranke starb. Dieser Misserfolg aber schreckte den der Durch-führbarkeit seiner hohen Aufgabe sich klar bewussten A. nicht zurück. Er hieltes für seine heiligste und höchste Pflicht, alle Bedenken für seinen Ruf ausserAcht zu lassen, lieber die schwerste Verantwortung auf sich zu nehmen, als mitder wenn auch mit Gefahren verknüpften Hilfe zu zögern, wie er dies bei derVeröffentlichung jenes unglücklichen Falles rückhaltlos aussprach (Americ. Journ.of the medic. Scieuees, July 1844, pag. 43, cf. auch „ A Retrospect of theStruggles and Triumphs of Ovariotomy in Philadelphia etc." by Wasliingt. L. A.187.')). Bis zum December 1867 hatte A. 169 Ovariotomien gemacht mit einemin der vorantiseptischen Zeit fast unübertroffenen Genesungsprocentsatz (70 °/ 0 ). ImJahre 1878, drei Monate vor seinem Tode, führte er seine letzte, die 387. Övari-otomie aus. — A. war im Wesentlichen Anhänger der Klammerbehandlung(A.'sche Clamps), versenkte jedoch auch den Stiel und wandte zum ersten Maldas freilich heute fast ganz verlassene Ecrasement desselben an. — Beweisend fürA.'s Kühnheit und Geschicklichkeit sind ferner die erfolgreichen in Amerika vonihm zuerst und nach eigener Methode ausgeführten Fibromenucleationen (Kapsel-spaltuns: und Ausschälung in zwei Acten), nachdem diese Operation bis dahin nurvereinzelt in Frankreich gewagt und meist missglückt war: „On the treatementof certain Fibroid Tumors of the Uterus, heretofore considered heyond theresources of art" (Transact. Am. Med. Assoc. 1853). — Seine Erfahrungenverwerthete A. zu ausgedehnter literarischer Thätigkeit, und so verdanken wir ihmganz besonders werthvolle Beiträge zur differentiellen Diagnostik der Eierstocks-cysten (Probepunction, Förderung der Kenntniss von den Parovarial- und Uterus-cysten, cf. „General and differential diagnosis of Ocarian Tumors withspecial reference to the Operation of Ovariotomy" (Philadelphia 1873). Ge-nanntes Werk ist die bedeutendste literarische Leistung A's. An dem wissenschaft-lichen Leben in den grossen medicinischen Gesellschaften und Vereinen Amerikasnahm A. den lebhaftesten Antheil und war ein Mitbegründer der amerikanischen