108
hung der Erdfalle ungestört geblieben zu sein; sie sind nir-gends verftürzt oder sonst von ihrer Schichtung abweichend.
Der große Erdfall ist der oberste. Seine steilen, bisauf weniges zerstreutes Gestrüppe, kahlen Wände, die durchdie bleiche, natürliche Schattirung der verschiedenfarbigenSchichten der Gebirgsart, vom Rande des Abgrundes herab,einen schauerlichen Anblick gewahren, bilden eine trichterför-mige Vertiefung. Er hat oben, an seiner Mündung, einenUmfang von 816, einen Durchmesser von 260 Fuß, seinehöchste oder nördliche Wand ist 76, seine südliche 35 Fußhoch; der Durchmesser des Wasserspiegels betragt 140, dieHöhe der Wassersaule 33 Fuß ^); diese ist jedoch nichtbeständig, indem der Wasserstand wechselt, bald höher ist,bald niedriger: so war er im August des trocknen Sommers1835 ungewöhnlich hoch, Ende Septembers und AnfangOktobers desselben Jahres, da es mehrmals geregnet hattd,auffallend niedrig. An der niedrigsten Seite ist die Wandso schräg, daß man daran bis zu dem Wasser hinunterstei-gen kann; hier ist sie mit Gras und Kräutern bewachsen,und es werden im Sommer Ziegen daran geweidet. DerBoden des an dieser Seite befindlichen, der Ueberfchwemmungausgesetzten Ufers ist mit Gras, Scirxus Iscustris, I^ co-
's) Obige Ausmessungen enthält die: Neue phys, chem. Beschr. d.Mineralquellen zu Pyrmont von R. Brandes u. Fr. Krüger.Mit einer topogr,-petrogr. Karte. Pyrmont, 1826.8. S. 63,in welcher Schrift auch, auf einer eigenen Tafel, ein Grundrißu. Durchschnitt dieser Erdfälle befindlich ist. — Seip Beschr.S. 124, giebt, offenbar unrichtig, die Höhe der nördlichenWand zu 136, die der südlichen zu 56, den Durchmesser desWasserspiegels zu 280 und die Höhe der Wassersäule zu 42Fuß an.