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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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WÄSSERHEILKUNDE

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dick, auf einen hölzernen Fussboden, von welchem das 4 5 C -{- R. Tem-peratur haltende Wasser wieder abläuft. Der massig abgekühlte uud ent-kleidete Kranke sucht beim Hintritt unter den niederfallenden Strahl derWassersäule diesen erst mit den Händen aufzufangen, damit das etwasSchmerzende seiner intensiven Fallkraft nicht gleich den ihm exponirtenKörper treffe. Neben den kranken Steilen, welche der örtlichen Reactionbedürfen, werden Nacken und Rückgrath dem Strahlschlage am häufigstenausgesetzt, und dieser brennt und färbt die Stellen, die er trifft, schonbinnen 58 Minuten rosenroth. Kopf, Brust und Unterleib werden nie-mals dem Strahle ausgesetzt. Anfangs weilt man nur 12, später selbst6 8 Minuten, d. h. aber nur so lange, als das Gefühl davon angenehmist, unter dieser Douche. Gleich nach dem Ankleiden nimmt man wiedereinige Gläser Wasser zu sich, und zähneklappernd vor Frösteln beginntman, sich durch eine rasche Bewegung im Freien zu erwärmen; denn dieerfrischenden und belebenden Luftbäder bilden in steter Abwechselungmit den Wasserbädern zusammengenommen die Hauptbestandteile der Cur.Bei Vielen geht dem Gebrauch der Douche das Flusswellenbad fürdie ersten 810 Tage der Cur voraus. Dieses treffliche Surrogat desSeebades, welches man an den gedachten neu angelegten Kaltwasserheil-anstalten im thüringer Walde, zu Elgersburg, Ilmenau etc. vorfindet, kannnach Fitzler's Beobachtungen in vielen Fällen noch da angewandt und mitNutzen gebraucht werden, wo bei Kranken wegen Schwäche die Seebädernicht indicirt sind. Es wurde das Flusswellenbad zuerst öffentlich vom Dr.Basedow in Merseburg beschrieben und durch Debatten: ,,über die Präva-lenz des Seebades, je nach der Stärke des Wellenschlages" vor einigenJahren vom Salinebeamten in dem Soolbadeorte Kösen 6 Stunden von Mer-seburg an Mühlenrädern ins Leben gerufen, und hatte bald bei Mühlen-besitzern in den benachbarten Städten Erfurt, Leipzig und Halle Nachah-mung gefunden. (Auch in der Obeiwarnow bei Rostock wird auf meinAnrathen in der Vick'schen Badeanstalt noch in diesem Jahre 1840 ein Fluss-wellenbad für Damen angelegt. Most). Überall wird es eben so sehr vonÄrzten empfohlen als vom Publicum gern benutzt. In Ilmenau ist dazu nochpassender ein künstlicher Wasserfall des Ilmflusses benutzt (ein stärkererfür die Herren und ein schwächerer für die Damen), wo sich die Wasser-masse durch einen Lattenverschlag, gleichsam wellenartig strömend undtobend, in den geräumigen Badekasten drängt, von wo aus man sie nachBelieben wieder ablaufen lässt. Oberhalb des Kastens ist eine kleine Doucheund auch eine Brause angebracht, die man nach Willkür in Thätigkeit setztund mit welchen auch der Badende gewöhnlich beim Eintritte empfangenwird, um sein Portiönchcn Grausen überwinden zu lernen. Der Badendeist hier einem stärkern Wasserdruck ausgesetzt, hat sich anzustrengen, selbstnoch bei einer Unterstützung mit Handhaben das Gleichgewicht seines Kör-pers zu erhalten, indem er so dem. doucheartigen Einschlagen der Wellenverschiedene Körperseiten aussetzt. Die Begründung dieses ungemein er-kräftigenden Wellenbades an allen Orten, wo dies nur immerhin möglichist, wünschen wir im Interesse der leidenden Menschheit von ganzem Her-zen; denn es hat bei dem grossen Heer atonischer Krankheiten durch seineuWellenschlag und den dadurch gesteigerten Hautreiz eine weit mächtigereWirkung, als das gewöhnliche Flussbad. Mag es dahin gestellt seinsagt Sachs (1. c. Nr. 3.) ob Frictionselektricität in diesem sausendenGemische von Luft und Wasser frei werde, oder nicht, so ist jedenfalls derKörper bei demselben einem ungleich stärkern Drucke, einer Art Compres-sion, einer Massirung durch die Wellen ausgesetzt, welche bei Allen mo-mentanes Wärmegefühl und Turgescenz der Hant, und selbst bei minderZarthäutigen eine auffallende Röthung derselben zurücklässt. Nächstdemist die Gymnastik, zu welcher das ganze Muskels} stein, vorzüglich aberÄer respiratorische Muskelapparat und die Lungen selbst auffordern, undwodurch eine merkwürdig heitere Stimmung sich des Badenden bemächtigt,hier in Anschlag zu bringen. Nach 5 bis 7 Minuten langem AufenthaltMoet Staatsarzncikunde, Supplemeiuband. 21