WASSERHEILKUNDE
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Nachthelle mit, welche der übermässige Genuss des kalten Wassers als Ge-tränk bei gewissen Körperconstitutionen und einzelnen Krankheiten (Auszeh-rung, Wassersucht, organische Fehler der Lunge, des Herzens etc.) erregt,welche ich im Juli 1838 im wissenschaftlichen Vereine meklenb. Arzte undApotheker zu Doberan vorgetragen hatte. Hier machte ich darauf aufmerk-sam, dass mir in der Praxis einzelne Fälle vorgekommen, wo bei grosserAbmagerung die Wassercur offenbar geschadet, wobei ich an Prof. C. H.Schultz'» Untersuchungen über die gehemmte und gesteigerte Auflösung undAusscheidung der verbrauchten Blutbläschen (s. Hufeland'» Journ. 1838.St. 4.) erinnerte, wo es S. 42 heisst: „Zum Schluss mag hier noch einvergleichendes Wort über die glücklichen und unglücklichen Wirkungen,■welche man durch die sogenannten Wassercuren bei Unterleibskranken ver-spürt, eine Stelle finden. Die hieher gehörigen pathologischen, diagnosti-schen und therapeutischen Verhältnisse sind zwar viel zu mannigfaltig, alsdass sie hier einer erschöpfenden Prüfung und Darstellung unterworfen wer-den könnten, indessen wird ein allgemeiner Blick doch leicht zwei Haupt-verschiedenheiten unterscheiden, welchen entsprechend der massenhafte Ge-brauch des Wassers nothwendig entweder vortheilhaft oder verderbenbrin-gend wirken rnuss. Der erste Fall ist der, wo in cholerischen Constitutionenein gehemmter Auflösungsprocess der Blutbläschen eine Masse mit Farbstoffüberladenen, dagegen an Plasma und an Respirationskralt armen Bluts imKörper ansammelt. Hier wird man aus der oben gegebenen Darstellung derVerhältnisse leicht die Art erkennen, wie das Wasser nützlich werden kann.Der zweite Fall ist aber der zum Übermass gesteigerte Auflösungsprocessder Bläschen, besonders in melancholischen Constitutionen, wo die schonvorhandene Verflüssigung des Blutes durch den Gebrauch des Wassers biszu solchem Grade gesteigert werden muss, dass der ganze Plasmabildungs-und Ernälirungsprocess aufgehoben, und ein Zustand, dessen allgemeinsteVerbältnisse oben geschildert worden sind, hervortreten muss. Die näherenUmstände und Bedingungen, welche hierbei zu untersuchen sind, liegenjetzt nicht im Zweck dieser Abhandlung, und findet sich vielleicht spätereine Veranlassung darauf zurückzukommen."
Die eigentliche Ursache dieses verschiedenen Verhältnisses in dem Wohl-und Schlechtbekommen des Wassertrinkens sucht Schultz in der krankhaftenStörung der normalen Entstehung und Ausbildung, sowie der zu schwachenoder zu übermässig gesteigerten Ausscheidung der Blutbläschen. Nach ihmerhält der Auflösungsprocess der Blutbläschen, wobei die Kerne verschwin-den und die Bläschen dann nur noch leere Farbstoffhüllen bleiben, seinegrösste Stärke im Pfortadersystem, wobei der Farbstoff aufgelöst wird unddie verbrauchten Bläschen zur Ausführung gelangen, indem die altern vonden jüngern Bläschen sich separiren. Die Leber ist das vorzüglichste Or-gau, durch welches die Reinigung des Blutes von dem Fett und kohlenstoff-i eichen Farbstoff der verbrauchten Blutbläschen vollbracht wird, — dieLeber ist als das Auflösungsorgan, die Lunge als das Bildungsorgan derfarbigen Hülle der Blutbläschen anzusehen. Im gesunden Zustande solltendie verbrauchten Blutbläschen nur in dem Masse, als sie sich in der Pfort-ader ansammeln, auch durch die Leber zur Gallenabsonderung verwendetund wieder aus der Biutmasse geschieden werden, so dass sich die neueAnsammlung mit der Ausscheidung immer das Gleichgewicht halten muss.Überwiegt aber die Ansammlung, so kann dies eine wesentliche Quelle vie-ler sogenannter Unterleibskrankheiten werden, d. h. solcher in Folge krank-haft erhöhter Venosität. Ist aber der Auflösungsprocess der gedachten Bläs-chen zu sehr gesteigert, so ist dies der Zustand, den man kachektischeBleichsucht und Gelbsucht nennt. — Untersuchungen haben dargethan, dassdurch eine übereilte Auflösung der Blutbläschen, namentlich dadurch, dass dasBlut Wasser absorbirt, der ganze Blutbildungsprocess unterbrochen, undnothwendig die Ernährung des Körpers vermindert und der Körper bedeu-tend geschwächt wird, daher das Magerwerden bei vielem Wassertrinken.—Ohne mich hier auf die verschiedenen Experimente, welche Schultz über
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