244
NÜCHTERNHEIT — OCÜLUS
drei Mädchen lachend davon." Diese verruchte That nennt mit RechtSchneider, nicht, wie Btrnt (Hdb. d. gerichtl. Med. §. 201.) „Verfüh-rung zur Unzucht", sondern das schamloseste Stuprum violentum. —Einen ähnlichen Fall, ein Stuprum in puello quinquenni a puella libidinoaatredecim annorum mentulam cunno intrudente commissum, erzählt uns schonValentin (Novell, med. I. C. IX.) s. auch Mende Hdb. d. gerichtl. Med.Th. 4. S. 472. §. 1806. —
Nüchternheit, s. Th. I. S. 846.
XuX voiniea (Zusatz, Th. II. p. 407.) Der Kelch des Krähenaugen-baumes ist kürzer, als die Krone, fünftheilig, die Kronenröhre nach obenetwas erweitert. Die grosse Bitterkeit der Früchte findet sich auch imHolze, in den Wurzeln und in allen übrigen Theilen des Baumes. DerEntdecker des Kräheuaugenbaumes (Jesuit Camelli ) sandte Exemplare davonan Ray und Petiver, welche 1669 eine Beschreibung nebst Abbildung davonlieferten. Zum Vergiften der Ratten, Mäuse und Hunde habe ich in frü-hern Zeiten die Krähenaugen oft anwenden sehen; die Medicinalpolicei musssolchen Spielwerken mit einem so starken Gifte steuern, und Fälle, woApotheker dieses Mittel ohne ärztliche Verordnung verabfolgen lassen, müs-sen strenge geahndet werden. Das Pulver der Brechnuss hängt sich sehrfest an die innere Fläche des Magens, und Brechmittel, die man zur Ent-leerung des Giftes anwendet, vermögen daher, trotz bewirkter Emesis, oftdennoch nicht die durch das Gift hervorgebrachten Muskelzuckungen undübrigen lebensgefährlichen Symptome zu beseitigen. Torosiewicx stellte einedurch einen vollen Kaffeelöffel voll gepülverter Brechnuss (Krähenaugen)vergiftete Frau durch ein gesättigtes Decoctum radicis Ratanhae her, wasum so merkwürdiger ist, als in den toxicologischen Lehrbüchern kein Fallvon geschehener Heilung durch Brechnuss Vergifteter zu finden ist, und derTod selbst schon auf 3 Gran extractum nucis vomicae spirituosum eintrat,(s. Chri&tüoris Toxicologie p. 892). (Einen Vergiftungsfall, worauf Heilungfolgte, habe ich selbst erlebt und mitgetheilt. S. Th. II. S. 411 Most).
(Dr. C. A. Tott.)
Oberhaut, s. Hautdecken.
Oberkiefer, s. Th. I. S. 1044.
Oblaten, s. Pigmente, schädliche.
Obliquität uteri, S. Hysteroloxia.
Obst, s. Nahrungspflege. Th. II. S. 28.
Oculus (Zusatz, Th. II. S. 443). Schindler (v. Amnion's Monat-schrift f. Augenheilk., Medicin und Chir. 1. Bd. 3. H. XIV) bemerkt überdie Hornhaut des Auges Folgendes: Sie besteht aus drei in histologischerBedeutung verschiedenen Straten, die beim normalen Zustande des Aug-apfels freilich nur ein unzertrennliches Ganze bilden: nämlich aus zweienserösen Platten, deren innerste (die nach der Augenhöhle gekehrteFläche) mit der Bindehaut bekleidet ist, und einer zwischen diese serösenPlatten gelagerten, wirklich aus Lamellen gebildeten (von Vahalvafälschlich spongiös genannten) Haut. Der die äussere Fläche der Horn-haut überziehende Theil der Bindehaut (Conjunctiva corneae), eine unmittel-bare Fortsetzung der Conjunctivae scleroticae, ist theils der Schleimhautverwandt, mit welcher sie eine Continuität bildet, theils nähert sie sich inihrer Structur den serösen Häuten, theils entspricht sie als dermatisches