NACHTSCHATTEN — NAHRUNGSPFLEGE 233
tisation desselben, Afterknoten, faserige Ausschwitzung (ex-sudatio fibrosa), faseriger Ring (annulus fibrosus) im Mutterkuchen,Ausschwitzung ein er kn o r p e ligen, oder steinigen Materie (ex-sudatio materiae cartilagiueae, calcuiosae), faulichter Zustand desMutterkuchens, steatomatöse Entartung desselben; Placentae suc-centuriatae (Nebenplacenten). Wie Busch mit Recht annimmt, sind dieseTexturveränderungen des Mutterkuchens durch Congestion und Entzündungdieses Theiles während der Schwangerschaft entstanden. Über Krankheitender Placenta sind noch nachzulesen: Baudelocque über die innern Blutflüsseder Gebärmutter. Eine 1819 gekrönte Preisschrift, 1830 herausgegeben undviel Lehrrreiches über krankhafte Zustände der Placenta enthaltend. Stein,Lehrbuch der Geburtshülfe. 1815. 1. Th. 4. Absckn. S. 477). —
(Dr. C. A. Tott.)
Nachtschatten, s. Solanum Dulcamara.
WttCVUS liiutermis, s. Muttermal (Nachtrag).
Sahruugspllcge (Zusatz, Th. II. S. 368). Krügeislein (Henke 'sZeitschr. f. St.-A.-Kde. 1830. Jahrg. 19. H. 2. S. 237 ff.) macht mit Rechtdarauf aufmerksam, dass zwar in vielen Staaten die Gesundheitspolizei zweck-mässige Gesetze in Betreff der Güte oder Verfälschung der Nahrungsmittelerlassen habe, dass aber alle diese Vorschriften und Anordnungen nur seltenmit gewissenhafter Strenge befolgt würden. Besonders nöthig ist die Auf-sicht auf den Fleischverkauf zur Zeit herrschender Viehseuchen, sowie aufdas Korn und andere Vegetabilien, die zur täglichen Nahrung dienen, zurZeit und nach einer Misserndte. Hier muss die Aufsicht verdoppelt und alleSorgfalt angewendet werden, die immer neu erfundenen Methoden und Ver-fahrungsarten, Nahrungsmittel zu verfälschen und ihnen das Ansehn von ge-sunden und untadelhaften zu geben, zu entdecken; denn selten begnügt sichder Betrug, ältere, schon bekannte Verfälschungsmittel anzuwenden, sonderner sinnt stets auf neue, um wenigstens eine Zeitlang Vortheil vor Andern zugemessen. — So z. B. hat man, nach K., bei der grossen Theurung im J.1816 Brot gegessen, was nichts als gebackener Schaum war und nur wenigNahrungsstoff enthielt, — „so trinken wir — sagt K. — Wein, der keinerTraube entquoll, und in England trinkt man Bier, das weder Malz, nochHopfen enthält." Wie weit die Kunst der Verfälschung der Getränke undmancher Nahrungsmittel geht und wie fein sie getrieben wird, darüber giebtHurning's Betrugslexikon Auskunft. — Zur Zeit der herrschenden Maul- undKlauenseuche (s. d.) kann der Genuss des Fleisches, der Butter und derMilch solcher kranken Thiere der Gesundheit der Menschen sehr nachtheiligwerden. Schweine und Hunde, die solche Milch gefressen, bekamen, nachK., Kopfgeschwulst, Schwämmchen, Schwächefieber, und manche crepirten.Ein Mann, der einer solchen Kuh eine Blase im Munde öffnete, verletztesich unbedeutend den Finger. Nach einigen Tagen stellten sich Entzündungdes Armes, heftiges Fieber ein, und es erschienen viele Blasen im Munde,welche brandig wurden. Die Milch solcher Kühe butterte sich schwer, zer-floss leicht und war zu nichts, als zum Einschmieren von Lederwerk zu ge-brauchen. —
Das Fleisch ist ein zu gesuchtes Nahrungsmittel, als dass es nicht inZeiten des Mangels und der Theurung ein Gegenstand geworden, grössernGewinn daraus zu ziehen, als sich mit den Grundsätzen der Redlichkeit ver-einbaren lässt. Dahin gehört das Aufblasen des Kalb - und schlechten Kuh-fleisches, was leicht an den Luftblasen auf der Hautseite, die sich ausdrü-cken lassen, erkannt wird. Oder die Thiere werden gehetzt, alte Kühe so-gar durch Stiche an Hautstellen, wo es dem Felle nicht schadet, in Wund-fieber einige Tage vor dem Schlachten versetzt, wodurch das Fleisch blut-reicher, röther wird und besser aussieht. Aus demselben Grunde werden dieKälber auf dem Pferde mit herunterhängendem Kopfe trausportirt und in der-selben Stellung geschlachtet, damit sie sich recht langsam verbluten. — —