MUTTERMAL
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fehler auftretende, meist umschriebene Missfärbung einer Hautstelle, — -wieMarlini (Sielenhaar's Hdb. d. ger. Med. 1840. Th. II. S. 241) sich aus-drückt, — zuweilen mit Texturveränderung der Haut selbst verbunden, ofterblich, nicht selten als Wirkung des sogenannten Versehens (s. d.) be-trachtet, vielleicht zuweilen Product eines im Uterus absolvirten krankhaftenZustandes des Foetus. Die Muttermale erscheinen entweder als blos braune,blaue oder schwarze Flecke von verschiedener Gestalt, begründet durch eineDegeneration des Rete Malpighii, oder als rothe Stellen, die bei heftigeremBlutandrange, in Fiebern, bei Gemüthsbewegungen, im Rausche etc. einedunklere Farbe annehmen, oder, vorher unsichtbar, erst dann sich zeigen:dann haben sie ihre Entstehung einer abnormen topischen Entwickelung desHaargefässnetzes zu verdanken ( Naevus aneurygmaticus, Telangiectasia),werden bisweilen in späteren Jahren grösser, ja geben selbst zu Entzündun-gen , Verschwärungen, Gefässrupturen und hässlichen, bösartigen Entstel-lungen Veranlassung. Bei neugeborenen Kindern finden sich häufig rotheFlecke in verschiedenen Gegenden des Gesichts, am Hinterkopfe, im Nacken,die sich bisweilen strahlenförmig ausbreiten, oft aber schon in den erstenWochen blässer werden und endlich ganz verschwinden. Nicht selten sinddie Muttermale erhaben, fleischig, warzenförmig, speckartig cellulös, Flüs-sigkeiten enthaltend, mit Haaren besetzt, und zeigen dann eine Umänderungder Epidermis, die für gewöhnlich unverändert erscheint. — In Bezug aufgerichtl. Medicin können, vorzüglich bei neugeborenen Kindern, blaueund rothe, den Charakter des Naevus tragende Hautflecke, Gelegenheit zurVerwechselung mit Sugillationen, veranlasst durch Gewaltthätigkeiten beiund nach der Geburt, geben. Immer aber dürften dieselben nur bei demersten Anblicke stattfinden, da eine aufmerksame Untersuchung die Täuschungjedesmal aufheben muss. Sollte auch ein Zufall hinsichtlich des Sitzes desMales die letztere begünstigen, so widerstreitet die meist umschriebene Ge-stalt, die gleichmässige, grelle, nicht verlaufende Färbung der Annahmeeiner Verletzungsspur. Male, die von Bluterfüllung erweiterter Capillarge-fässe herrühren, müssen mit dem Tode und dem Eintritte der Leichenblässeverschwinden; bei etwaigem Zweifel kann man sich von der mikroskopischenUntersuchung der anatomisch präparirten Theile (mittels einer starken Lupe)gewisse Auskunft versprechen, wo dann sich entweder die zellige, variköseStructur des Males oder die diffuse Ausbreitung des in der sugillirten Stelleergossenen Blutes vorfinden wird. Am lebenden Körper klärt die Abände-rung der Farbe, welcher eine sugillirte Stelle unterworfen ist (s. Extra -vasatio) vorhandene Zweifel am besten auf; blaue Male Erwachsener sindübrigens, ihrer vollkommenen Ausbildung halber, wol schwerlich Verwech-selungen unterworfen. Von den Todtenflecken unterscheidet sich das blaueoder blaurothe Mal durch das einzelne Vorkommen, die umgrenzte Gestalt,durch den gewöhnlichen Sitz an der oberen, dem Lichte zugekehrten Flächedes liegenden Leichnams und durch die eigenthümliche Structur. Die Unter-schiede von Petechien, Melasma, Spilosis und einigen andern chronischenHautübeln gehören in das Gebiet der medicinischen Diagnostik. — Nimmtman die Möglichkeit an, daäs zu Erreichung eines unlautern Zwecks, z. B.zu Durchführung einer betrügerischen Täuschung in Bezug auf eine gewisse,durch ein Mal kenntliche Persönlichkeit, ein solches künstlich gebildet unddie Untersuchung der Ächtheit desselben einem gerichtlichen Arzte übertra-gen worden sei, so bat derselbe auf die durch ätzende oder Farbestoffe be-wirkte Umänderung der Oberhaut und die Möglichkeit, dieselbe durch Ge-genmittel zu entfärben oder die Tingirung durch Reiben, Schaben, Waschenetc. hinweg zu bringen, seine vorzügliche Aufmerksamkeit zu richten, da, wieoben erwähnt, der färbende Stoff des Mals in der Regel im Malpighi'schenScbleimnetze allein zu finden ist. — Inwiefern neugeborene, mit Mutterma-len versehene Kinder von wirklichen Missgeburten zu unterscheiden sind,darüber siehe Missgeburt. (Ä. CA, Kraute, Abhandl. von den Mutter-mälern etc. a. d. Lat. übers, v. CA. A. Wichmann. Leipz. 1768. v. Walter,über die angeborenen Fettgeschwülste u. Bildungsfehler. Landshut 1814. —
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