204 LIEBESTRANK — LICHTERZEUG, SUBJECTIVE
clrices, Subigatrices.') Andere Autoren verstehen darunter die Befrie-digung des Geschlechtstriebes mitteis eines aus Leder, Gummi elasticumu. s. w. verfertigten künstlichen Penis, den selbst einzelne geile Frauen-zimmer an ihren Leib befestigten und so eine Andere, mit oder ohne derenWissen und Willen, geschlechtlich bedienten. — Diese mehr in südlichenGegenden Europas einheimische Art der Unzucht wird am häufigsten vonjüngern, zusammenschlafenden Frauenzimmern gleichen Alters getrieben. Zurmedic. forensischen Untersuchung kommen dergleichen Fälle nur selten, meistnur da, wo eine jüngere Person von einer altern dazu verführt oder ge-zwungen worden ist und dadurch Schaden genommen hat. — Wird die Un-zucht lange Zeit fortgesetzt, so treten Schwäche, Abmagerung, eigene Ge-sichtsblässe und alle übrigen Folgen der Onanie ein; auch kann die Lust-seuche und andere ansteckende Krankheit auf diesem Wege mitgetheilt wer-den. (S. Menie, Beobacht. I. 165. Gruner, pandect. medic. Simon, deiuipotentia conjugali. cap. 2. 'l'hes. 2. p. 20. Zacchias, Quaest. med. leg.Libr. I. T. 7. Q. 8 — Valentin. Pandect. med. leg. § 1. n. 2. — Bauhin,de hermaphrod. L. I. c. 4. p, 39. Cael. Aurel, morbor. chron. Libr. 4. c.ö p. 544)
Iiieliestrank, s. Philtrum.
Liebeswahneiinu, s. Mania.
Ligamentum Suspensorium pcnis, s. Geschlechtstheile.
Lignum colulbrinum, s. Nux vomica.
Eiicliterzeugung, sulljective, Sehen im Dunkeln. Dieneuern Physiologen nehmen als erwiesen an, dass im menschlichen Auge,sei es durch innere Ursacheu oder durch äussere Gewalttätigkeiten, die das-selbe treffen, z. B. Stoss, Schlag etc. subjective] Lichtentwickeluue statt-finden könne, wovon uns die ältere Geschichte ein Beispiel an Tiberiusund Cardanus, die neuere an Caspar Häuser vorführt. Man hat selbstBeispiele von willkürlicher Lichtentwickelung im Dunkeln. (S. Casper'sWochenschr. f. d. ges. Heilkde. 1838. Nr. 16.) Daher hält es Siebenhaar(Hdb. d. gerichtl. Medic. Bd. 2. S. 531) auch für höchst wahrscheinlich,dass dieses subjective Sehen pathologisch, durch äussere Gewalttätigkeiten,bis zu einem solchen Grade, in welchem Gegenstände sogar im Finstern er-kennbar sind, gesteigert werden könne. Er hält sich von dieser Möglichkeitum so mehr überzeugt, da, wie er erzählt, einer seiner Freunde, ein wahr-heitsliebender Mann, ihm versichert, dass er wiederholt die Beobachtung ansich gemacht habe, wie er mehrere auf dem Tische in seiner Nähe befind-liche Gegenstände ganz deutlich zu erkennen im Stande gewesen, nachdemer zuvor seine Augen durch leises Reiben und Drücken in einen gereiztenZustand versetzt und sich hierauf einen starken Schlag mit der Hand vordie Stirn gegeben habe. „Auch mir selbst — sagt Siebenhaar — ist oft-mals der Versuch gelungen, beim Ersteigen finsterer Treppen zur Abendzeitdurch Reiben und anhaltendes mässiges Drücken der Augen in den innernAugenwinkeln die Treppengeländer und Stufen, wenn auch nur auf kurzeAugenblicke und wie im Dämmerlichte, zu sehen. Überdies beobachteten wirja auch auf ähnliche Weise eine so erhöhte Empfänglichkeit des krankhaftalienirten Gemeingefühls, dass von demselben oft Dinge, die noch in ziem-lich weiter Entfernung davon sind, deutlich empfunden werden." —-
Das Sehen im Dunkeln ist nur erst in einem einzigen Falle, den Seiler(Henke, Zeitschr. d. St. A. Kde. Bd. 26. S. 266) mitgetheilt, Gegenstand dergerichtl. Arzneikunde geworden: Ein kathol. Geistlicher ward im Winter beifinsterer Nacht auf dem Wege aus der Kirche nach Hause von zwei Män-nern angefallen und ihm mit einem Steine ein heftiger Schlag aufs Auge bei-gebracht. Dabei hatte er ein solches Ausströmen von Licht aus den Augengehabt, da3s er den einen der Tliäter, nach seiner Versicherung, sehr deut-lich zu erkennen im Stande gewesen. Bei der eingeleiteten gerichtlichen