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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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166
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166 HIRNSCHWAMM — HIRUDO MEDICINALIS

Hirnschwnmm, b . Verletzungen des Kopfs.

Hirschbrunst, s. Schwämme, giftige.

Hirschling, s. Ebend.

Hirscnlilanperschlange, 8. Amphibien, giftige (Nachtrag).

Hirudo ineilicinalis (Zusatz zu d. Art. Tb. I. S. 789. In Hu-felands Journal der praktischen Heilkunde. 1839, 9tes Stück. Sep-tember. S. 101. hat Dr. Kunzmann einen interessanten Aufsatz geliefert,betitelt: „Über Ersparung an Blutegeln, nebst einem Mittel zur Beförde-rung des Ansaugens derselben." „In meinem, im Märzhefte des Hufeland-schen Journals vom Jahre 1826 abgedruckten Aufsatz über den Handel mitBlutegeln äusserte ich — sagt er die Vermuthung, dass bei dem statt-findenden Verfahren des Aufsuchens und Furtführens dieser Thiere durchAusländer eine Zeit kommen würde, in der unsere Sümpfe, die früher eineUnzahl dieser, dem Arfcte so nöthigen Thiere bewohnte, keine mehr liefernwürden. Ein hohes Ministerium nahm von diesem Aufsatze Kenntniss, ver-anstaltete besondere Abdrücke desselben und überschickte sie den verschie-denen Regierungen; mir wurde der Auftrag ertheilt, für den Landmann ei-nen Aufsatz In dieser Hinsicht zu entwerfen und für die möglichste Verbrei-tung desselben zu sorgen; ich befolgte diesen Auftrag, indem ich einen sol-chen Aufsatz in dem Trowitz'schen Kalender vom Jahre 1827 abdruckenIiess. Die meisten Regierungen bezeugten in ihren eingegangenen Berichtendie Richtigkeit meiner Ansichten; aber die Besitzer von Orten, in denenBlutegel sich fanden, scheinen keine Rücksicht hierauf genommen zu haben;es blieb beim alten Verfahren, und was ich 1826 vermuthete, ist in denletzten Jahren in Erfüllung gegangen: nur wenige Blutegel finden sieb nochin unsern Gewässern, von einem Handel damit ist nicht mehr die Rede;ebenso geht es bereits in Schlesien, Auch Polen naht sich dem Ende derLieferung, und schon müssen wir unsern Bedarf aus Ungarn holen, der unsfrüher in Überfluss in der Nähe war. Es liegt auf der Hand, dass hier-nach der Preis der Blutegel ungemein zunehmen musste, wie sich solchesdadurch bewährt, dass, während im Jahre 1826 der Blutegel in den Win-termonaten l'/j Sgr. und in den Sommermonaten 9 Pf. kostete, gegenwär-tig 3 Sgr. für einen solchen gezahlt werden muss, und noch wird er denhöchsten Preis nicht erreicht habeu. Schon dieser Preis von 3 Gr. proStück ist für Unbemittelte ein Preis, der die Anwendung der Blutegel, be-sonders in Quantitäten, nicht gestattet, und den Arzt in die Verlegenheitsetzt, ein fast unentbehrliches Mittel nicht anwenden zu können. Es isthoch an der Zeit, auf Surrogate des Blutegels oder auf Mittel zu denken,dem Mangel der Blutegel vorzubeugen. Schon früher sannen die Franzo-sen, namentlich Sarlandiere, auf Instrumente, die den Blutegel ersetzen soll-ten; unser College, Herr Geheime - Medicinalrath v. Gräfe , bemühte sichebenfalls dieserhalb sehr; aber alle diese Instrumente entsprachen nicht ih-rem Zwecke, sodass schwerlich auf diesem Wege der Nachtheil, den derMangel an Blutegeln herbeiführen muss, ersetzt werden wird. Das einzigeMittel zu diesem Zwecke wird nur darin bestehen, den Bedarf nach Mög-lichkeit einzuschränken; dahin gehört, dass nicht mehr Blutegel verschrie-ben werden, als wirklich angelegt werden sollen, und nicht auf die Gefahr,dass einer oder der andere nicht saugen möchte, deren mehrere verschrie-ben werden. Dann gehört dazu, dass man die, so ihren Zweck erfüllten,nicht ihren laugsamen Tod in dem Kehricht finden lässt, sondern dieselbenaufbewahrt, um sie bei vorkommender Gelegenheit wieder benutzen zu kön-nen. Hiergegen wird nun freilich eingewandt, dass die Aufbewahrung nichtallein Mühe verursache, sondern dass auch der einmal gesättigte Blutegelnur selten wieder zum Saugen zu bringen wäre. Dem ist aber nicht so.Schon vor einigen Jahren wurden in unserer Charite dieserhalb Versucheangestellt; die gesättigten Egel wurden in Moselwein während ein paarMinuten gelegt, in welchem sie das aufgenommene Blut von sich gaben,