ERWERBSUNFÄHIGKEIT — EXTRACTUM 117
vermehrte Dichtheit de« entzündeten Gewebes erzeugte, stufenweis ab; beidereinfachen Bluterfüllung acuter Entzündung ist sie unvermischt (rothe Er-weichung), bei eiteriger oder jauchiger Erfüllung spielt sie in das Grauliche(graue Erweichung), bei chronischer Entzündung ist sie blässer und neigtins Gelbe, Grünliche (gelbe Erweichung) der entzündete Theil ist ver-dickt, aufgetrieben, runzelig und ungeachtet der leichten Zerrcissbarkeitdichter und gedrängter anzutühlen, als im gesunden Zustande. Die Abson-derung ist vermehrt und verändert; es zeigt sich Eiterung, Verschwärungoder Brand, oder Ergiessung, Verwachsung des kidenden Theils mit sichselbst, oder mit Nachbarorganeu, oder neue Gebilde. ■— Die entzündlicheHirnerweichung ist sehr selten ausgebreitet, und ists auch der Fall, so istdas in einen Brei verwaudelte Gewebe, abgerechnet die Gefässeinspritzung,nicht in allen seinen Theilen gleichartig, sondern an einigen Stellen mitBlut, an andern mit Eiter oder mit röthlichein Wasser erfüllt, oder in kleineFächer vertheilt, oder mitten in dem zerfliessenden Gehirne in kleine StückeMark verhärtet. Sie ist immer mehr oder minder, wenigstens theilweise,genau umschrieben durch das offenbar entzündliche Mark oder doch durchschnelle Abgrenzungen der faserartigen Lagerung des Hirngewebes, welchesim Umkreise an den Grenzen des gesunden Gewebes aufhört. Die zerflies-senden Partieen verbreiten zuweilen einen ausserordentlichen Gestank, dersich indessen vom Gestanke wahrer Fäulniss unterscheidet. — Bei Neuge-bornen findet man, nach Symptomen der grössten Lebensschwäche, zuwei-len eine Erweichung mit Biutergiessung verbunden, wo die erweichte Hirn-substanz in kleinern oder grössern Partien mit Blut vermischt und dunkel-roth erscheint, und einen deutlichen Geruch nach Schwefelwasserstoff ver-breitet. Manchmal ist das ganze Gehirn so zerstört, dass man nur einenschwärzlichen, mit geronnenen Biutklumpen gemischten Brei vorfindet, wobeiaber die Hirnhäute nicht desorganisirt, obwol oft entzündet sind. 3) Dieödematöse Erweichung ist eine wässerige, gleichsam teigig anzufüh-lende Erfüllung des Gewebes, die an den Grenzen heftiger Entzündungenbemerkt wird, zuweilen aber auch idiopathisch vorkommt. Die Dichtheit desGewebes ist hier etwas vermindert, aber die Gefässe sind merklich ange-füllt, und das wässerige Fluidum fliegst durch Druck und unter dem Messeraus Stücken des leidenden Theils aus. Die Erweichung kommt im Gehirnvor, wo sie aber nie bis zum Zerfliessen des Marks gesteigert wird. EtwasÄhnliches bildet sich als violette Färbung in seltenen Fällen beim Scor-but. S. Färbung der Organe (Vergl. Hesse, Über die Erweichung derGewebe etc. 1827. Carswell, Illustrations of the eiementary forma ofdisease. Lond. 1834. und Gräfe'» Journ. Bd. 21. S. 124. — L. RostanÜber Erweichung des Gehirns etc. Leipz. 1824. — Orfila und Leiueur,Haudb. z. Gebrauch bei gerichtl. Ausgrabungen etc. a. d. Kranz, v. Giintz.Leipzig 1835. — J. Houillard Traite clinique et physiologique de l'Ence-phalite etc. Paris 1825. G. Andral, Clinii|ue medicale etc. T. V. — Ol-livier , Über das Rückenmark und seine Krankheiten. A. d. Franz. von Ku-dius 1824. K. W. Bampfield Über d. Krankheiten d. Rückgrats und d.Brustkorbes. A. d. Franz. v. Siebenhaar. Leipz, 1831. S. 353).
Erwerbsunfähigkeit, s. Verletzungen (im Allgemeinen).
Erwürgen, s. Tod durch Erwürgen.
Esslust, s. Hunger und Durst.
Euthanasie , s. Tod.
Exarthreina, s. Luxatio.
Exploratio obstetrieia , s. Graviditas.
Extuxieatio siinulata, s. Schein Vergiftung.
Extraetum (Zusatz Th. I. S. 442.). Jedes gute Extract muss sichiu demjenigen Menstruum auflösen, worin es bereitet worden, die wässerigen