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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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VERGIFTUNGEN DER HAUSTHIERE

lichkeit der Augen, erweiterte Pupille, temporäre Blindheit, Schwindel;grosse Gaben bringen Krämpfe, aufgetriebenen Bauch, Kolik, Entzündung(der Lungen, Leber, des Gekröses, der ganzen Oberfläche des Körpers),die leicht in Brand übergeht; bei allem dem grosser Durst, unterdiücktesSchlingen, Verlust des Appetits, erschwertes Albmen, Empfindlichkeit, Auf-gedunsenheit und Geschwulst des Kopfes, Stumpfheit der Sinne, Schwindel,Schlafsucht, Koller, Lähmuog, Convulsionen, Verhaltung oder unwillkürli-cher Abgang des Harns, Auflösung der Säfte, Tod. Schnelle Fäulniss derLeichen, die schnell uud stark schwellen, hart, hin und wieder selbstbrandig sind; Austluss von Schleim, Schaum und Blut aus Maul, Nase,After, Scham, unerträglicher Geruch der Leiche. Aus den oben genanntenZufällen kann schon der Leichenbefund entnommen werden. 9) Hyoscya-mus (s. d.). 10) Aconitum oder Sturmhut. Pferden ist das getrock-nete Kraut nicht schädlich; grün hebt es die Beweglichkeit der Zunge auf,hindert das Sehlingen, macht bei Thieren, die sich brechen können, Er-brechen, bei diesen und den andern häufiges Misten oder auch Durchfallmit Bauchgrimmen, Aufschwellung des Bauches, ungleichen Puls, Angst,Schwindel, Koller, Wuth, Betäubung, Maulsperre, Zuckungen, Ohnmacht,Fallsucht, Tod. 11 u. 12) Cicuta (Schierling) wirkt im Ganzen wieAconitum. 13) Taxut oder Eibenbaum. Ich sah bei einer HerdeKälber hiernach hnhaltendes Erbrechen, Purgiren und andere Zufälle ent-stehen, viele Thiere das Leben dabei einbüssen. Die Section wies dasTaxuskraut in den Mägen nach. 14) Solanum oder Nachtschatten.Zerstört das Leben sowol warm- wie kaltblütiger Thiere, und kein Pflan-zengift soll auf diese so allgemein wirken, wie Nachtschatten, und zwarmöge es nun in die Mägen gelangen oder durch Klystiere beigebracht, oderin Cie Gefässe eingespritzt werden. In grossen Gaben tödtet dieses Giftschnell; bei Thieren, die sich brechen können, verursacht es Erbrechen,bei allen Laxiren, Convulsionen und darauf folgenden Tod; in kleinen Ga-ben ebenfalls Convulsionen, Tetanus (Halsstarre), Lähmungen, Schwindel,Schlagfluss, Tod. In den Leichen findet sich gar keine Spur von Magen-entzündung, vielmehr Bedeckung des Magens mit Schleim, von Blutstrotzende. Gefässe, die Lungen entzündet, die harte Hirnhaut und graueGehirnsubstanz gleichfalls mit Blut angefüllt, die Arterien dagegen leer,das Blut gewöhnlich sehr flüssig, zuweilen aber auch unverändert, ja sogarcoagulirt. 15) Stramonium oder Stechapfel. Wirkt zwar auch nar-kotisch, aber nicht so stark wie Nachtschatten auf unsere Hausthiere.16) Opium und andere Narcotica, über deren Wirkung man dieseArtikel nachsehen kann. 17) Bleioxyde, starke Gaben Vitriol,Schwererde, Alaun und andere austrocknende, zusammenschnürendeGifte. Auf kleine Dosen folgen Unverdautichkeit, schwaches oder unter-drücktes Wiederkäuen, Verstopfung, trocknes Maul u. s. w., auf starkeGaben Magenkrampf, heftige Kolik, Angst, Convulsionen, Mistverstopfung,Zusammenziehung des Bauches, darauf Lähmung, Tod. Die Leichen derauf diese Art vergifteten Thiere sind abgezehrt, mehrere Theile mürbe, ent-zündet, in den Mägen und im Darmcanale selbst brandige Stellen, hin und•wieder auch Zusammenschnürungen und Verengerungen, Geschwulst derlymphatischen Drüsen und des Gekröses, Entzündung, Vereiterung, Ver-härtung derselben. Spuren von Blei u. s. w. findet man nur in den erstenWegen, wenn die Thiere schnell grosse Gaben des Giftes verschluckt ha-ben. Geflissentliche Bleivergiftungen finden wol bei Thieren nicht oft statt,wol aber zuweilen zufällige. Die chemische Ausmittelung aller dieser ge-nannten Gifte in den Ausleerungen der noch lebenden Thiere wie in denLeichen derselben, ingleichen die Cur der durch d'ese Gifte erkranktenThiere ist die unter den einzelnen Giften in dieser Kncyklopädie angege-bene. — Vor das Forum der gerichtlichen Veterinärkunde gehören auchdiejenigen Vergiftungen, welche durch Curen der After - Thierärzte, durchEingeben unpassender Arzneien oder durch tödtliche Gaben derselben ver-ursacht werden. Im Badischeu gehören, nach Tscheulin, in diese Ciasse