Druckschrift 
2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
Entstehung
Seite
1043
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

VAGITUS UTERINUS ET RESPIRATIO UTERINA 1043

(Dessen und Gumprecht's Hamburger Magazin f. Geburtshülfe. 1807),Bock und Knape (Knape's und Hecker's critische Jahrbücher der Staats-arzneik. f. 19te Jahrhund. II. Bd. 1. Thl.), E. v. Siebold (Journal für Ge-burtshülfe u. s. xv. 1. Bd. 3. St. S. 581. und Kopp's Jahrbücher d. Staats-arzneik. IX. S. 273), Bredenoll ( 0 . Siebolds Journal. III. Bd. Nr. 3),Zitierland (Hufeland's Journal. 1823. Febr. S. 89), welcher berichtet, dassdas Kind, als es noch in der Gebärmutter lag und roch nicht in dasBecken getreten war, geschrieen habe. Henke (Zeitschrift f. Staatsarzneik.VI. Bd. S. 237), der einen Fall anführt, wo das Kind 48 Stunden var derGeburt geschrieen habe, nachdem die Mutter am Ende des 8ten Monatsgestrauchelt und eine Menge Fruchtwasser aus den Geburtstheilen abgeflos-sen war; Comes (». Siebold , s Journal. XVI. Bd. 1. St. S. 82), der bei ei-ner Zangengeburt den Vagitus uterinus hörte; Lados (Gazette medical. deParis. 15. Juill. 1837. Nr. 28, auch in d. Zeitschrift f. d. gesammte Medi-cin von Dieffenbaeh, Fricke und Oppenheim. 6. Bd. 4. H. S. 278), derbei der Seclion eines Kindes, welches in utero geschrieen hatte, die Lun»gen schwimmfähig, überhaupt alle Charaktere der Athmungsorgane fand,wie sie sich bei einem Kinde, welches nach der Geburt gelebt hat, zeigen;Huber (Schweizerische Zeitschrift für Natur- und Heilkunde von v. Pom-mer. III. Bd. 1. H. 2. d), welcher bei zögernder Gesichtsgeburt ein rö-chelndes Geräusch bei dem Kinde wahrnahm, auch ein Sangen an seinen inden Mund des Kindes gebrachten Fingern bemerkte; d'Outrepont, Heise,Schaal, Treuler (Verhandlungen der vereinigten ärztlichen Gesellschaft derSchweiz. 1836. lste Hälfte. II.); A. Michaelis (Pfaffes Mittheilungen ausdem Gebiete der Medicin u. s. w. 1. Bd. lstes und 2tes Heft); Stichling(v. Froriep's Notizen. XXV. Bd. Nr. I), und Fritich (Casper's Wochen-schrift für die gesammte Heilkunde. 1838. Nr. 34). Hiermit stimmen dieFälle überein, welche man in London medical repository, Vol. XIX, inMende's Zeitschrift für Geburtskunde. 2tes und 3tes Heft. VIII, inDessen Beobachtungen aus der Geburtshülfe. 2ter Bd. 3824, in Bust's Ma-gazin. XIX. Bd. (Fall von Weese), sowie in v. Siebold's Journal. VII. Bd.2. St. XXIV (Fall von Loewenhardt) findet. Vergleiche hiermit auchHenke's Revision der Lungen- und Athemprobe, S. 44 u. 45, und DessenAbhandl. aus der gerichtlichen Medicin. II. S. 127. Busch (in Berlin) be-obachtete einen Fall bei einer Schulterlage des Kindes nach abgeflossenemFruchtwasser, als der Muttermund erst in der Grösse eines Achtgroschen-stücks geöffnet war, noch kürzlich. Es zeigte sieh nämlich, bei Untersu-chung wegen vorzunehmender Wendung, der Vagitus uterinus in Form vonTönen eines entschiedenen Kiudergeschreies, welches dumpf klang, als kämees aus einer verschlossenen Kiste. Vagitus uterinus vor abgeflossenemFruchtwasser hält Busch mit Recht für unmöglich. Die von Camper,Meckel, Metzger, Boose und Bem.tr gegen diese glaubhaften Beobachtun-gen erhobenen Einwendungen, dass nämlich, wenn auch Luft in die Mund-höhle des Kindes eindringe, dennoch die Gebärmutter zu dicht um die zu-sairmengekrümmte Leibesfrucht anliege, als dass die Brusthöhle durch dieeingedrungene Luft gehörig zum Athmen ausgedehnt werden könne, unddass bei den noch mangelnden Bedingungen des ersten Athmens ausser Mut-terleibe kein Grund zum Athmen des noch nicht gebornen Kindes vorhandensei, sind nur a priori, aus der Theorie, entnommen, und die genanntenErfahrungen treten ihnen entgegen; auch ist es nicht nötbig, dass die Luftbis in die feinsten Verästelungen der Luftröhre, also nicht in die Substanzder Lungea dringe; es ist hinreichend, wenn sie nur in den Stamm derTrachea gelangt, was aber auch zu jeder Zeit möglich ist, wenn das Kind,nach abgeflossenen Wässern, mit dem Munde auf dem Orificio uteri liegt.Da also Vagitus uterinus und Respiratio uterina nicht nur möglich sind,sondern ihr Vorkommen durch glaubwürdige Erfahrungen auch ausser Zwei-fel gesetzt wird, so ist der Ausspruch Campers, Daniels, Metzger 1 s (ineinen gerichtl,-medic. Abhandl.), Neumann's u. A., dass ein Kind nichteher athmen könne, als bis es mit Kopf, Brust und Unterleib geboren und

66*