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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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UNTEKRIC11TSANSTALTEN

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deutuug lür ilcu allgemeinen Bildungszweck der Gymuasleu eine passendeStundenzahl und nach seinein Verhältnisse zu den verschiedenen Bildungs-stufen und Classen eine angemessene Stellung gegeben ist, zur leitendenNorm mitgetheilt. Dieser allgemeinen Übersicht gemäss ist für jedes Gym-nasium unter Berücksichtigung seiner eigenthümlichen Verhältnisse und deswechselnden Bedürfnisses seiner einzelnen Classen alljährlich ein Lections-plan festzustellen und demselben eine geuaue Abgränzuog der Zielleistungenfür jede Classe und jedes Fach beizufügen. Wenn hiernach in Hinsicht desLectionsplanes der einzelnen Gymnasien, eine freie Bewegung innerhalb derallgemeinen Vorschrift ausdrücklich gestattet wird, so darf anderer Seits fürdie ileligionslehre, für die Sprachen und die Werke des classischen Alter-thums und für die Mathematik, welche in ihrer lebendigen Gemeinschaft vor-züglich geeignet sind, den wesentlichen Zweck dos Gymnasialunterrichtszu verwirklichen, die ihnen bestimmte wöchentliche Stundenzahl nicht ver-mindert und die Stelle, welche ihnen, als den Hauptgliedern des Organis-mus gebührt, nicht verrückt werden. — Den Unterricht in der französischenSprache wegen ihrer Nützlichkeit für das praktische Leben schon in dervierten Classe beginnen zu lassen, scheint dem Ministerium nicht angemes-sen, weil in dieser Classe ohnehin schon ein neuer Lehrgegenstand, die grie-chische Sprache, hinzutritt, auch der untergeordnete Zweck des französischenSprachunterrichts während des sechsjährigen Cursus in den drei obern Clinseu durch zwei wöchentliche Lehrstunden ganz füglich zu erreichen ist. Audie Stelle der Physik in der zweiten Classe kann der naturgeschichtlicbcUnterricht und zwar um so mehr treten, als in dieser und der folgendenClasse für die Physik die unentbehrliche Grundlage mittels des mathema-tischen Unterrichts noch fortwährend gewonnen wird , in dem zweijährigenCursus der ersten Classe in zwei wöchentlichen Stur.deu Zeil genug für denUnterricht in der Physik, wie ihn der wissenschaftliche Zweck der Gymna-sien erfordert, gegeben ist, und es endlich räthlich scheint, das Naturlebcn,das in den vier untern Classen von Stufe zu Stufe entwickelt worden, noch-mals in seinen wichtigsten Gestaltungen den Schülern der zweiten Classevorüberzuführey, und ihnen die Idee desselben zum Bewusstsein zu bringen.— Der Zeichnen- und Gesang-Unterricht ist in allen Gymnasien so zu le-gen, dass an demselben auch die Schüler der obern Classen, welche ihn ausTalent und besonderer Neigung fortzusetzen wünschen, nach freier WahlTheil nehmen können. Um dem Übelstande zu begegnen, dass durch An-häufung zu vieler verschiedenartiger Lehrobjecte in Einem Tage die Kraftder Schüler zersplittert, ihr Geist durch die Verschiedenheit des Vorgetra-geneu verwirrt und ungebührlich angestrengt wird, scheint es zweckdienlichund ausführbar, bei Anordnung des Lectionsplanes für Einen Gegenstandzwei Stunden hintereinander zu bestimmen. Auf diese Weise wird sich be-wirken lassen, dass die Schüler täglich nur für drei, höchstens vier verschie-denartige Lehrobjecte in Anspruch genommen, und die ersten Morgenstun-den solchen Lehrgegenständen zugewandt werden, für deren Auffassung vor-zugsweise eine gespannte Aufmerksamkeit von Seiten der Schüler erforder-lich ist. Ob die schon in einigen Gymnasien bestehende Einrichtung, dasswährend des Sommerseinesters die Lehrstundeu des Vormittags in die Zeitvon 7—11 fallen, überall anwendbar sein möchte, wird den Königlichenl'rovinzialschnlcollegien zur nähern ßeurtheiluug und endlichen Entschei-dung anheimgestellt. 5) Die häuslichen Arbeiten bilden ein notwen-diges Glied in dem Organismus des Gymnasialunterrichts. Es reicht nichtaus, dass der Schüler in der Lehrstunde den ihm dargebotenen Stoff in sichaufuehiue, sich aneigne, und dem Lehrer gegenüber in der Schule auf geeig-nete Weise Zeugniss ablege, ob und in wie weit ihm dieses gelungen. Viel-mehr muss er die in der Schule begonnene Übung und Thätigkeit auch aus-serhalb derselben fortsetzen und in zweckmässiger Art veranlasst werden,Jas in sich Aufgenommene auch wieder darzustellen nnd seine an den ein-zelnen Lehrgegenständen gewonnene Bildung durch freie häusliche Arbeitenzu bethätigeu. Von Seiten der Gymnasien ist dabei eine umsichtige Sorg-