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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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UNTERR1CHTSAN STALTEN

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Classe die verwandten Lehrgegenstände, nicht, wie bisher getrennt nebeneinander in verschiedenen Stunden, sondern können in denselben Stundenmit und nach einander behandelt werden. Hiernach scheint es räthlich undthuulich, in den beiden untern Classen das Lateinische und Deutsche, sowiedie Geschichte, Geographie und Naturbeschreibung, in den mittlem undobern Classen die Geschichte und Geographie, sowie die Mathematik undPhysik zu einander auf die angedeutete Weise in ein näheres Verhältnis»zu bringen. Ferner sind zur Vermeidung der wesentlichen Nachtheile, wel-che für die Einheit des Unterrichts aus der Theilung der Lehrgegeaständein einer und derselben Classe unter zu viele Lehrer erwachsen, nicht nurdie Zweige eines und desselben Lehrgegenstandes und die verwandten Lehr-fächer, sondern auch die einander nahe stehenden Lehrobjecte so viel alsnur irgend möglich Einem Lehrer anzuvertrauen. Dieser Bestimmung ge-mäss sollen in den beiden untern Classen jedenfalls das Lateinische uudDeutsche, in den beiden mittlem Classen das Lateinische, Griechische undFranzösische und in den beiden obern Classen das Lateinische, Griechischeund Deutsche, oder auch das Griechische, Deutsche und Französische in derRegel nur Einem Lehrer übertragen, ferner in den untern Classen die Ge-schichte, Geographie und Naturbeschreibung, in den mittlem und obernClassen die Geschichte und Geographie, und in der obersten Classe die Ma-thematik, Physik und philosophische Propädeutik so viel als möglich in eineHand gelegt werden. Auf diese Weise werden für die Sprachen und Wis-senschaften in den untern Classen zwei, in den mittlem drei und in denobern höchstens vier Lehrer überall ausreichen. Damit die Schüler mehruud mehr den wissenschaftlichen Zusammenhang ihrer Lectionen fassen undfesthalten, und zum Bewusstsein von der Einheit des Unterrichts gelangen,scheint es dem Ministerium räthlich und thunlich, manche Lehrgegenstände,anstatt sie, wie bisher, gleichzeitig und auf die verschiedenen Wochentagevertbeilt, neben einander herlaufen zu lassen, von jetzt an nach einander inder Art zu behandeln, dass z. B. in demselben Semester und in derselbenClasse zwar Geographie und Geschichte, aber jene in den ersten Monatenausschliesslich, diese allein in den letzten Monaten gelehrt werde. Ein ähn-liches Verfahren kann auch in Hinsicht der Arithmetik und Geometrie, sowie der lateinischen und griechischen Schriftsteller eintreten, und nament-lich in Bezug auf diese letzteren die Einrichtung stattfinden, dass, währendes bei der Vorschrift, in Einem Semester und in einer Classe nur einen la-teinischen und griechischen Prosaiker und Dichter zu erklären , auch fernerverbleibt, die erste Hälfte des Semesters ausschliesslich dem Prosaiker unddie übrige Zeit nur dem Dichter zugewandt werde. Diese und ähnlicheVeranstaltungen werden jedoch nur in dem Masse ihrem Zwecke entspre-chen , als es je länger je mehr gelingen wird, für das schwierige aber ein-Hussreiche Geschäft der Claasenordinarien tüchtige Lehrer von allgemein-wissenschaftlicher Bildung, von treuer Liebe und Hingebung für ihren Be-ruf und von gereifter Erfahrung zu gewinnen, welche die ihnen anvertrau-ten Lehrfächer wahrhaft durchdrungen haben und beherrschen, in klarer undstets wahrer Einsicht von dem Zusammenhange derselben mit den übrigenLehrobjecten und mit dem gemeinsamen Zwecke des Gyowasiaiunterrichts inallen Fächern das zur allgemeinen Entwicklung und zur instruetiven Bildungihrer Schüler dienende Material auszuwählen, das Wesentliche vom Unwe-sentlichen zu sondern wissen, und endlich durch die Reinheit und Würde ih-res Charakters, wie durch deu wilden Ernst ihrer ganzen Haltung eine unauslöschliche Ehrfurcht vor der sittlichen Macht, welche das Leben derMenschen regiert, in der ihrer väterlichen Obhut und Pflege übergebi nenClasse zu erwecken vermögen. Im Ganzeu erfreuen sich die diesseitigenGymnasien eines Lehrstandes, welchem das ehrenvolle Zeugniss gebührt,dass er sich eben so sehr durch gründliche wissenschaftliche Bildung alsdurch regen pflichtmässigen Eifer für seineu Beruf und durch willfährigesKingehen in die wohlverstandenen Anordnungen der vorgesetzten Behördenauszeichnet. Somit giebt das Ministerium gern der Hoffnung Raum, dass