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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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SACER MORBUS SALACITAS 631

Sacer morbus, s. Fallsucht.

Saiteufabrik, s. Fabriken.

Nadelbaum, s. Juniperus Sabina.

Sadewacbolder, s. Eben das.

Safflor, s. Cartkamus tinctorius.

Sal, s. Salze.

Sal acetosellac , s. Acidum oxalicum.

Sal culinare, s. Nahrungspflege.

Salarftas, Lascivia (franz. la lubricite, engl, the lasciviousnett,ital. la lubricita, la lussuria), der übermässige Geschlechtstrieb,die Geilheit, geschlechtliche Unersättlichkeit. Ein übermässi-ger, den andern Gatten belästigender oder unerlaubte Gesohleclitshandlungenveranlassender Geschlechtstrieb wird nicht selten bei beiden Geschlechterngefunden und oft zur gerichtlichen Untersuchung gebracht. Zwar könnendie gesunden Frauen den oft wiederholten Coitus weit leichter, als gesundeMänner ertragen, dennoch giebt es erfahrungsgemäss Fälle genug, wo er-stere über die allzu starke Begattungskraft ihrer Männer Klage geführt ha-ben. (S. PyTs N. Magaz. f. d. ger. A. - K. 1785. S. 230. Dess. Aufsätze.III. Abschn. 2. Fall 1 u. 2. Haller's Vöries. Thl. I. S. 394. Schtvabe,Anweis. z. d. Geschäften e. Stadt- und Landphysik. 1786. S. 246. Plater,Abb. Libr. I. S. 257). Dagegen sind die Beispiele, wo aus gleicher Ur-sache ein Mann gegen seine Frau geklagt, höchst selten. Dies liegt abernicht sowol in der Genügsamkeit der Frauen überhaupt, als vielmehr in demÜbergewichte des stärkern Geschlechts, welches im ersten Falle den Coitusfordert, ja selbst erzwingt, im zweiten aber verweigern kann, sodass dieFrau warten muss, bis die Begierde des Mannes gereizt ist. Die Nachtheiledes Coitus nimius sind so bedeutend, dass sie den andern Gatten, falls sienicht zu beseitigen sind, zur Ehescheidungsklage berechtigen. (S. Coitus,Ehescheidung, Pflicht, eheliche). Oft liegt der Grund mehr in derKörperbeschaffenheit des klagendes Theiles (Nervenschwäche, hohe Reizbar-keit, zu grosse Empfindlichkeit der Vulva, Krämpfe u. s. w.), als in derdes Beklagten, oder in einem Missverhältnisse der beiderseitigen Genitalien.Als Ursachen der zu starken Geschlechtslust beim Manne sind zu be-trachten: Übermass animalischer Kost und der Spirituosa, besonders aberdes starken Braunbiers, Müssiggang, allgemeine mit Schwäche verbundeneReizbarkeit, phthisische Anlage, verborgene Hoden (Diemerbroek , Anat. L.I. C. 32. Pauliiii, Obs. med. Cent. 4. obs. 82), scharfe Säfte, Plethoraabdominalis, Scorbut, Blasenstein, der Missbrauch der Kanthariden. starkesReiten, lange Enthaltsamkeit, Ruthenstreiche vor den Hintern, Peitschender Genitalien mit Brennnesseln ( Bartholinu», De usu flagrorum etc. Hafn.1670. Ephem. N. C. Dec. 2. ann. 5. app. 56. Valentin , Novellae med.legal, cas. 4), Hypochondrie, Melancholie, Lepra, beim Weibe besondersHysterie und Seelenstörungen, Anomalien der Menses (Acta Hafniensia I.ob. 80. Schurig, Gynaecologia. S. 12), abnorm vergrösserte Nymphen(Voigtei , Pathol. Anatomie. Bd. 3. S. 425. Tkilow, Besch, anat. pathol.Gegenstände. 1804. Bd. I. Thl. 1. S. 81), abnorm vergrösserte Ovarien(Bartholini , Hist. anat. Cent. II. N. 69. Brendel, Obs. anat. nat. Dec. 3.obs. 10), Entzündung des Uterus (Baldinger , Magaz. Bd. 10. S. 892.Schurig, Gynaecologia. S. 22. Ephem. N. C. Dec. I. ann. 2. obs. 208.Dec. III. ann. 5 u. 6. obs. 124), Ascariden, die die Vulva besuchen. (Ephem.N. C. Dec. I. ann. 8. obs. 95.) (Bei dem Dec. I. ann. 2 citirten Falleheisst es, man habe bei der Section einer wegen Geilheit und EhebruchGeköpften eine doppelte Art. spermatica dextra und im Collum uteri einedicke Fleischexcrescenz gefunden.) In der Regel ist das Ansehn solchergeilen Personen kränklich, die Genitalien sind kraftlos, das Betragen ist