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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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RETTUNGSAPPARATERHUS TOXICODEND. 625

Jahren bis zum 10. stehen sollte, sicherer und daher unerlässlich, für jedesGeschlecht ein eigenes Anstaltsgebäude zu haben. 5) Ob es gerathenersei, die Zöglinge in einem eignen Rettungshause unterzubringen und ihnenhier neben dem Unterrichte auch die Erziehung angedeihen zu lassen, oderob es besser sei, sie bei einzelnen bürgerlichen Familien in die Kost zu ge-ben und sie nur in Schule uud Kirche zu vereinigen? Die Antwort liegthier wol in der Mitte, so dass letzteres bei blos verwahrlosten Kindern,ersteres bei wirklichen Missethätern vorzuziehen sein wird. Noch hat mandie Frage aufgestellt, ob es nicht besser sei, bei Anlegung einer Rettungs-anstalt die Zöglinge, statt sie in einem einzigen grössern Gebäude zu ver-einigen, vielmehr in kleine Häuser, jedes mit einem Dutzend Kinder zuvertheilen, in deren jedem ein Aufseher oder Lehrer wohne. Das letztere,theilweise in Hamburg versucht, ist etwas kostspielig, indessen kann dieAnstalt bei sonst strenger aber liebevoller Behandlung der Zöglinge, auchwenn sie nur ein einziges Haus ausmacht, wie die Erfahrung gelehrt hat,recht gut gedeihen.

Rettunffsapparate, s, Rettungsanstalten.

BettuJiffShäuser, s. Ebendas.

Bettungsmittel In plötzlichen teliensgcfahren. Hier-her gehören alle plötzlichen, das Leben bedrohenden Unglücksfälle, nament-lich alle Arten der "Vergiftung (s. d.) und des Scheintodes durch Ersticken,Erfrieren, Erhängen, Ertrinken, durch Verschütten, Fall, Sturz etc. s.Scheintod. In allen civilisirten Ländern hat der Staat Sorge getragen,dass die erste und nothwendigste Hülfe zur Rettung (Wiederbelebung)plötzlich Verunglückter, namentlich Scheintodter, durch öffentliche Bekannt-machungen der Art publik und populär geworden, dass jeder Gebildete,selbst Halbgebildete, sie kennt und kennen kann. Dass man es bei allensolchen Verunglückten nicht so, wie jener Bader machen soll, der einemErhängten zwar zur Ader liess (wo auch noch Blut floss), aber den Strickabzuschneiden vergass und ihn dabei ruhig am Baume hängen liess, ver-steht sich von selbst. Die erste Hülfe ist immer die, die fortwirkende Ur-sache des Schein- oder wirklichen Todes, den Strick, den Kohlendampf,das Feuer, Wasser, das Gift etc., so schnell als möglich zu entfernen,und zwar nach dem Grundsatze: Cessante causa cessat effectus. Erst dar-auf sind die übrigen Mittel: Belebungsversuche etc. in Anwendung zu brin-gen. (S. Gefahren, Gift, Scheintod.)

Revaccination. Die mehrmalige Impfung mit Knhpockenstoff hatden Seuchen der Menschenpocken so bedeutenden Abbruch in neuester Zeitgethan, dass sie, namentlich beim Militair, in Preussen, Würtemberg etc.gesetzlich eingeführt worden ist, und besonders seit wenigen Jahren, wodie Menschenpocken in England so sehr wüthen, recht fleissig benutzt wird.(S. Kuhpocken und Sterblichkeit).

Rhinantus crista galli, s. Brot.

Rhus radicans, s. Rhus toxicodendron.

Ritus toxicodendron, Sumach (V. CI. III. Ord. PenlandriaTrigynia. Linn. Ord. natural. Verniceae). Der Familiencharakter derVerniceen ist: Blätter wechselnd ohne Nebenblätter; Kelch vom Fruchtkno-ten getrennt; Blumenblätter unten im Kelche, oder auf dem Fruchtknoten;Steinfrucht, sehr selten Kapsel. Der Gattungscharakter des Rhus ist: Blü-then oft durch Fehlschlagen zweihäusig, Kelch klein, fünftheilig, bleibend,Blumenblätter fünf, Staubfäden fünf, Griffel drei; kleine grünliche Blüthen. Der Giftsumach ( Rhus toxicodendron ) ist in Nordamerika zu Hauseund wird bei uns nur in Gewächshäusern gezogen. Ein grauer oder grau-brauner, oft gesehlängelter, wurzelnder Stengel treibt wechselsweis stehendelange, schwache, selten gezweigte Äste, von denen die obern Wurzeln undMost Staatearzneiknnde. II. 40