BETTUNGSANSTALTEN
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deren Geist sich über ihre niedere Umgebung erhebt, die sich nicht antäglich wiederholtes, unbedeutendes mechanisches Thun gewöhnen könnenund wollen, sich daher in ihrer Lage unbehaglich fühlen und auf jede er-laubte oder unerlaubte Weise das drückende Joch, die einengenden Fesselnabzuwerfen streben, —sie sind es, welche sich am häufigsten in den grossenStrafanstalten finden. Daher wurde das Bedürfoiss eines Rettungshauses inLondon schon früh gefühlt (im Jahre 1788 begründete der menschenfreund-liche Robert Young schon einen Verein zur Verhütung von Verbrechendurch Aufnahme junger Sträflingskinder und zur Besserung jugendlicherVerbrecher) und gegenwärtig befinden sich 3 Anstalten der Art daselbst,welche unendlichen Segen verbreiten und wovon jede 200 Kinder aufneh-men kann. In Deutschland war Joh. Falk der erste, welcher 1813 in Wei-mar eine ähnliche Anstalt schuf und bei den in Folge des Krieges verwaisten,schaarenweise umherirrenden Kindern geistige und leibliche Vaterstellevertrat. Ihm folgte der Graf A. von der Recke -Volkmarttein , wel-cher 1816 zu Overdyk in Westphalen, und 1819 und 1832 zu Düssel-thal bei Düsseldorf ähnliche herrliche Anstalten für verbrecherische undverwahrloste Kinder ins Leben rief; ebenso existirt seit 1819 ein solchesRettungshaus zu Berlin (durch Wadxeck begründet), ein anderes in Qued-linburg, in Erfurt (1820) unter Reinthaler's vortrefflicher Leitung, — einsin Gmünd (ISIS'), in Rothenburg (1820), in Hamburg (1822 und ein neues1833), eins zu Gerdauen in Ostpreussen (1821, eine neue Anstalt unterKopf's Leitung in Berlin (1825). — Bis jetzt linden sich in Würtcmberg diemeisten und am besten eingerichteten Rettungshäuser, nämlich bei 1 '/ 2 Mil-lionen Seelen 16 solcher Anstalten mit circa 740 Schülern, — in Preussenzählt man 27 mit ungefähr 1200 verwahrlosten oder verbrecherischen Zög-lingen, von denen man annehmen kann, dass mehr als die Hälfte derselbendurch die ihnen dort geschenkte Sorgfalt wieder auf die Bahn der Tugendzurückgeführt werden. Im Königreich Sachsen sind 3 Anstalten der Art;auch in Gotha, so wie in Warschau und Paris (seit 1834 neu begründet),in Nordamerika zu Boston (1826), und zu Philadelphia (1828) errichtet.Über die Besserungshäuser (The HoUie» of Refuge) , welche inNeu-York und Philadelphia zur Aufnahme junger, aus den Strafanstaltenentlassener Verbrecher dienen, hat Ramon de la Sagra (Cinqueo Meses enlos Estados unidos de la America del Norte etc. Paris 1836 S. 12 und 76)folgende interessante Notizen mitgetheilt. — Das erste Haus der Art wardin Neu-York im J. 1824 von einigen Menschenfreunden angelegt, die mitdem Schicksale der von den Gerichten verurtheilten jungen Leute Mitleidhatten, in der Überzeugung: dass eine grosse Zahl solcher Unglücklichenbeiderlei Geschlechts durch das Verlassen von ihren Eltern oder durch denVerlust derselben, durch Elend, Unwissenheit und Verführung ins Gefäng-niss gebracht würden. Um daher die Jugend von der Hinneigung zum Ver-brechen abzuziehen und die fehlerhafte Moral derer zu verbessern, diewirklich darein verfallen waren, bildeten sie eine Verbindung, um mit Hülfereicher Subscriptionen einen Zufluchtsort zu gründen. Die Regierungbilligte und unterstützte das rühmliche .Unternehmen, indem sie den Stifterndie Anwendung der Geldmittel, die Ernennung der Aufseher, die Bestim-mung der Zeitdauer in dem Hause und die Vormundschaft über die aufge-nommenen jungen Leute, bis zum zwanzigsten Jahre überliess. Die letz-teren fanden in der That hier eine wahre Zuflucht gegen das Elend undgegen das Laster. Sie sehen sich reinlich jgekleidet, ernährt, angenehmmit Arbeiten beschäftigt, die ihre Kräfte nicht übersteigen; sie erhalteneinen Unterricht, den sie früher nicht kannten; sind mit andern Individuenihres Alters zu unschuldigen, die Gesundheit fördernden Spielen vereint unddurch das Beispiel der Bessern zum Guten ermuntert, das der Belohnungnicht entbehrt. Ihre moralische Besserung zu bewirken dient 1) der Un-terricht im Schreiben, Lesen, Rechnen, Geographie und dgl. (von 194im Jahr 1833 aufgenommenen konnten 115 weder lesen, noch schreiben,und von 218 im Jahre 1834 angekommenen waren 129 in demselben Falle.