592
REAGENTIEN APPARAT
empyrenmatischcs Oel thut der Anwendbarkeit dieses Mitteis keinen Ein-trag. 11) Kalkwasser, Aqua calcaria, A. calcis. Es kommt in dergerichtlichen Chemie fast nur bei Untersuchungen auf arsenige Säure in An-wendung. Diese möglichst concentrirte Lösung von Ätzkalk in Wasser be-wahre man sorgfältig vor Zutritt der atmosphärischen Luft, da die Flüssig-keit durch Absorption von Kohlensäure in diesem Falle ihren ganzen Kalk-gehalt verliert. 12) Chlorbaryum, Baryum chloricum. Ks dient imAllgemeinen zur Entdeckung der Mineralsäuren, besonders aber der Schwe-felsäure. Es muss farblose, nicht feucht werdende Krystalle bilden, derenLösuug durch Ätzammoniak keine Trübung erleiden darf. 13) Essig-saures Bleioxyd, Plumbum aceticum, Saccliarum saturni. Dasselbeschlägt die meisten anorganischen und organischen Säuren aus ihren Lösun-gen nieder. Zu gerichtlich chemischen Untersuchungen kann man sich rechtgut des käuflichen Bleizuckers bedienen, wenn derselbe nur völlig weiss ist.Er enthält indessen oft sehr viel Kalk, den man, nachdem man das Bleidurch Schwefelwasserstoff entfernt hat, leicht mittels oxalsauren Ammoniak*auffinden kann. Ist der Bleizucker gefärbt, so enthält er entweder Kupferoder Eisen; die Anwesenheit dieser Metalle ergiebt sich, wenn man dieFlüssigkeit, aus welcher man das Bleioxyd durch Schwefelsäure gefällt hat,mit Kaliumeisencyanür versetzt; die kleinsten Mengen von Kupferoxyd wer-den durch eine braunrothe, die von Eisen durch eine grüne oder blaueTrübung der Flüssigkeit verrathen. Eisen lässt sich auch durch Galläpfel-aufguss noch in sehr kleinen Mengen entdecken. 14) SalpetersauresSilberoxyd, Argentum nitricum, Lapis infernalis. Es spielt bei Unter-suchungen auf Arsenik und auf Blausäure eine wichtige Rolle. Die tafel-förmigen Krystalle desselben müssen ganz farblos und durchsichtig, undin destillirtem Wasser ohne Rückstand löslich sein. Verunreinigungen mitandern Metallen entdeckt man am besten nach Ausfällung des Silbers mit-telst Salzsäure: die vom Niederschlage abfiltrirte Flüssigkeit darf nachdem Verdampfen keinen Rückstand hinterlassen. 15) Zinnchlorür, Slan-num chloricum. Es dient cur zur Entdeckung des Goldes oder Quecksil-bers. Es muss farblos sein, und sich bei Zusatz einiger Tropfen Salzsäurevollkommen in Wasser auflösen. Den Zutritt der Luft halte man sorgfältigdavon ab, damit sich nicht Zinnoxyd bilde. Verunreinigungen des käuflichenZinnchlorürs mit andern Metallen erkennt man leicht daran, dass die durchSchwefelwasserstoff-Ammoniak gefällten Schwefelmetalle sich nicht voll-kommen im Überschuss des Fällungsmittels wieder auflösen. Schwefelzinnlöst sich in Schwefelammonium auf, nicht aber Schwefelblei, Schwefel-eisen und mehrere andere Schwefelmetalle. 16) Schwefelsaures Ku-pferoxyd, Cuprum sulp/iuricum. Es findet eine Anwendung nur beiUntersuchungen auf arsenige Säure. Es darf weder Zink noch Eisen ent-halten. Letztere beiden Metalle bleiben aufgelöst, wenn man das Kupferaus seiner Lösung durch Schwefelwasserstoff fällt. 17) Salpetersauresund chlorsaures Kali, Kali nitricum et chloricum. Man gebraucht eszur Oxydation von Metallen, besonders aber zur Zerstörung organischerSubstanzen. 18) Weinsäure, PI a t in chl o rid, Oxalsäure oder derenAlkalisalze sind bei gerichtlich chemischen Untersuchungen nicht unumgäng-lich nothwendig, da man sich ihrer nicht zur Entdeckung von Körpern be-dient, die in die gerichtliche Chemie gehören. 19) Der Zink- undK upfers t ä b ch e n bedient man sich, um Metalle aus ihren Auflösungenin reguiinischem Zustande niederzuschlagen. Kupfer reducirt Wismuth,Quecksilber, Silber und Gold; Zinkstäbchen ausser denselben auch Bleiund Antimonium. Ein polirter Eisenstab in eine Kupfersolution gebracht,reducirt das Kupfer. 20) Borax, Natrum boracicum (borsaures Natron)wird nur zu Löthröhrversuchen angewendet. 21) Lack mu s papier. DieFarbenveränderung desselben zeigt an, ob eine Flüssigkeit freie Säureoder freies Alkali enthalte, jenachdem blaues geröthet, oder rothes blau ge-färbt wird. Zur Entdeckung freien Alkalis bedient man sich des Curcu-niäpapiers. 22) Weingeist, Alcohol, hat in der analytischen Chemie