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QUECKSILBER
Auflösung von Zucker, bei der gewöhnlichen Lufttemperatur, wiewol beider Siedhitze in gewöhnlichem Grade, gar nicht getrübt. Durch vegetabi-lischen Kleber (geronnenes Eiweiss, Extracte, fixe und flüchtige Öle, Oa-mazom, Harze und geronnenes Casein) wird der Sublimat zersetzt, und dieFlüssigkeit enthält nichts mehr von jenen; ein Theil des Chlors wird hier-bei als Salzsäure entbunden und das Salz in Kalomel verwandelt, welchesaich durch Auflösung der Unreinigkeiten in kochender Essigsäure rein dar-stellen lässt. Der durch Eiweiss, in Wasser abgequirlt, gebildete Nieder-schlag enthält getrocknet 6 Procent metallisches Quecksilber. Wie Eiweis«,so wirken auf Sublimat auch Blut, Blutwasser, Muskelfasern, schleimige undseröse Membranen, Gewebe und Gehirnmasse, welche durch Sublimatauf-lösung fester, spröde und weiss werden, und bei deren Vermischung mitSublimat sich an ihrer Oberfläche ein weisses Pulver löst. Leicht lässt sichdas Quecksilber aus diesen Verbindungen mit vegetabilischen und animali-schen Substanzen durch das Kochen des niedergeschlagenen Pulvers in Kalicausticum darstellen, wodurch ein schweres, seil warzgrauliches Pulver ent-steht, welches geaarar. elt mit Hülfe der Wärme metallisches Quecksilber lie-fert. Der Process der Ahscheidung des Sublimats aus organischen Mischun-gen ist, nach ChrialUon , folgender: Mau zerschneide, wenn eine flüssigeMasse nöthig ist, zuerst alle weichen Theile in kleine Stücke, koche dar-auf die Masse in destillirtem Wasser und filtrire eine kleine Portion für denVor^ersuch. Bringt salzsaures Zinn in dieser Flüssigkeit einen tief asch-oder schwarzbraunen Niederschlag hervor, so ist schon durch den erstenProcess ein gutes Resultat zu erwarten; ist aber der erlangte Farbenab-satz nicht tief, so muss man sogleich zum zweiten Processe übergehen.Der erste Process ist nun aber folgender: Unfiltrirt rühre man die Masseeinige Minuten lang mit dem vierten Theile ihres Volumens Schwefeläther,lasse darauf die Mischung eine V2 Minute oder etwas länger ruhen, nehmedarauf die oben schwimmende ätherische Flüssigkeit ab, filtrire sie, rauchesie zur Trockniss ab, und behandle den Rückstand mit kochendem Wasser.Man erhält hierdurch eine Auflösung mit den Eigenschaften des Sublimatsim aufgelösten Zustande. Kommt man hierdurch nicht zum Zwecke, oderist dieser Process nicht anwendbar, so schreite man zum zweiten Process.Zu diesem Ende werden alle Theile von vegetabilischen Substanzen gerei-nigt, und die Mischung darauf so lange mit einem Überschüsse von salz-saurem Z un behandelt, als noch ein schiefergrauer Niederschlag (Coagulum)erfolgt. Dieser gesammelte, gewaschene und auf dem Filtrum abgetröpfelteNiederschlag wird, ehe er trocken ist, ohne dass man Papierstreifen mit ab-reisst, mit einer mässig starken Auflösung des Kali caustici gekocht (ambesten in einem mit Porzellan glasurtem Gefässe) und zwar so lange, bisalle Stücke verschwunden sind, worauf nach einigen Stunden ein schweresgraulich-schwarzes Pulver (m et a llisc h es Quec ksil b e r) zu Boden fällt.Man lässt die Auflösung nun 15— 20 Minuten in Siedehitze stehen und fülltdarauf das Gefäss vorsichtig mit heissem Wasser, ohne den Niederschlag auf-zurühren, entfernt aber das oben schwimmende Fett mit einem Löffel. Hier-auf wird die ganze obere Flüssigkeit ausgehoben, das Pulver in eine kleineGlasröhre gebracht, durch Begiessung gewaschen und wieder präcipitirt solange bis das Waschwasser nicht mehr alkalisch schmeckt, wobei man alleRlümpchen und faserigen Substanzen, die das Kali nicht aufgelöst hat, nochentfernen muss. Endlich nehme man das Pulver, welches, wenn die Gabedemselben sehr klein ist, sich erst 12 Stunden setzen muss, aus der Röhre,erhitze und sublimire es, wie oben bei Entdeckung des Sublimats in Auf-lösung angegeben. Ist der Sublimat durch brenzliehe Substanzen zu sehrverdunke}£, so muss man den Theil der Röhre abbrechen, ausschaben, wa-schen, mit destillirtem Wasser in einer andern Röhre kochen; und wenn dieQuecksilberkügelchen dann auch nicht sichtbar werden, so muss man einezweite Sublimation vornehmen. Orfila behandelt die zum Theil flüssigeMischung mit Äther und calcinirt jeden Niederschlag oder unauflöslichenTheil ia einer Röhre (einVerfahren, welches Christison nicht billigt). Spä-