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OPIUM
4—16 Unzen Gewicht vor, die in Blätter von Mohn eingehüllt, oder mitdem Samen einer Ampherart dick überstreut sind. Ea ist eine harte, dicke,im Bruche etwa» glänzende, ziemlich gleichförmige, zuweilen mit verschie-denen Unreinigkeiten und den schon erwähnten Rumexäamen zusammenge-knetete Masse von röthlichbrauner bis dunkelbrauner Farbe. Der Geschmackist bitterlich, etwas scharf, allmälig 'brennend, der Geruch eigentümlichdumpfig betäubend. Ks löst sich in Wasser, Essig und Alkohol, am voll-ständigsten aber in einem wässerigen Spiritus auf. Das Opiumpulver hateine hellbraune Farbe und klebt leicht zusammen. Man bereitet in denApotheken die einfache Opiumtinctur (Tinct. opii timpl.), einen weingeisti-gen Auszug des Opiums von rothbrauner Farbe, den eigenthümlichen Geruchund den Geschmack des Opiums im hohen Grade besitzend, der in einerDrachme das Auflösliche von 6 Gran Opium enthält; ferner die safranhaltigeOpiumtinctur {Tinct. opii crocata s. Laudanum liquidum Sydenhami) , dieaus Opium, Safran, Gewürznelken, Zimmt und Wein bereitet wird, vondunkelbrauner Farbe, die neben dem Geruch und Geschmack des Opiumsauch den der Gewürze und des Safrans besitzt, und an Opiumgehalt dererstem gleich ist. — Das Opium hat folgende Bestandteile: einen flüch-tigen Stoff, Morphin, Narkotin, Mekonsäure, Extraetivstoff, Harz, Kaut-schuck, Fett, Gummi, Kalk, Talk, Eiweissstoff und Unreinigkeiten. Pel-letier, Robiquet, Couerbe und Andere haben in der neuesten Zeit noch meh-rere eigentümliche Bestandteile im Opium entdeckt, und es enthält an sol-chen überhaupt: Morphin, Narkotin, Mekonin, Kodein, Nar cein,Thebain und die Mekonsäure. Unter diesen eigenthümlichen Bestand-teilen des Opiums findet nur das Morphin, der scheinbar wirksame Be-standteil desselben in seinem salzigen Zustande mit Essigsäure oder Schwe-felsäure verbunden als Morphium aceticum und Morphium tulphuricum me-dicinische Anwendung. Diese Salze krystallisiren in Dendriten ( Orfila ), infeinen büschelförmigen, vereinigten Nadeln (die raine, geruchlose Morphinein Parallelepipeden [Orfila , Med. legale. T. 3. p. 334}, welche sich unterEinwirkung glühender Kohlen zersetzt), lösen sich im Wasser leicht im Al-kohol, und schmecken bitter; das Morphium aceticum verliert leicht einenTheil seiner Säure, wodurch es an Wirkung und Löslichkeit abnimmt, wes-halb es in gut verschlossenen Gcfässen aufbewahrt werden muss. Das Opiumbewirkt bei Hunden in Gaben von 3—4 Drachmen in 24—60 Stunden denTod; die gewöhnlichen Symptome der Vergiftung sind: Lähmung der hin-tern Extremitäten, convulsivische Bewegungen des Rumpfes und Gesichtes,schleuniger Puls, grosse,Neigung zum Schlafen, gänzliche Lähmung der hin-tern Extremitäten, Gefühllosigkeit, starke Convulsionen und zuletzt der Tod.— Bei Pferden scheint das Opium, verhältnissmässig nicht so stark zu wir-ken; Herhcig sah bei zwei Pferden nach dem Eingeben einer Unze Opium,Sil einem Pfunde heissem Wasser aufgelöst, bedeutende Verminderung derEmpfindlichkeit PupillenerWeiterung, tiefes Herabhängen des Kopfes, Drän-gen nach Vorn, schwankenden, stolpernden Gang, langsamen Puls, ver-zögerte Darmentleerung, welche Wirkung 12 Stunden anhielt, ohne mitdem Tode des Thieres zu enden; ja mehrere Pferde ertrugen '/ 2 — 1 UnzeOpium, ohne dass starke Wirkung eintrat, und erst auf eine Gabe von 2'/jUnzen starb ein Pferd, 20 Stunden nach dem Eingeben unter heftigen Kräm-pfen. — Auf die wiederkäuenden Thiere übt Opium no<-h weit geringereWirkungen aus, wie die Versuche von Vitet, Gilbert und Hertwig erweisen.Ersterer gab einem Hammel 1 Unze Opium in Wein, beobachtete davonaber keine andere Wirkung, als die, dass das Thier mehr frass, als ge-wöhnlich. Letzterer gab es Kühen bis zu 1 Unze, Schafen bis zu V 2 Unze,und sah davon nur Trockenheit des Mundes, vollem, nicht schnellern Puls,grössere Wärme der Haut, Auftreibung des Leibes, grössere Consistenz derDarmausleerungen und mässige Verminderung der Milchsecretion erfolgen.Nach Orfila bewirkt das Opium, auf das Zellgewebe gebracht, in geringe-ren Dosen weit schneller den Tod, als durch die innerliche Anwendung.Nach seinen Versuchen starben Hunde, denen er Opiumextract in Dosen von