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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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i \UX VOMICA

gern schwarzen Blute angefüllt, eben so das Herz und die grosscu Gefäss-stämme , im grossen hintern Magensacke eine graufalbe Flüssigkeit und eindeutlicher Entzündungsfleck von dunkelrother Farbe und punktirt, der vonder Peripherie nach dem Centro hin abnahm. Nach Emmerns Beobachtun-gen zogen sich die Theile bei der Leiche auf angebrachten Reiz schnell zu-sammen, nur die Gedärme waren reizlos. Die nächste Wirkung der Krä-henaugen geht auf das Rückenmark, daher Starrkrampf und Asphyxie.Nach Segalas (Magendie's Journal de physiologie experimentale. Annee1823) wirkt eine starke Gabe der Brechnuss nicht durch Herbeiführung vonAsphyxie, sondern ungefähr wie ein elektrischer Schlag, durch un-mittelbaren Angriff, Dach Flourens (s. bei Magendie 1. c. S. 233)auf die Medulla oblongata; nach Basedow stimmt sie primär den Apparatder Muskeln des organischen Lebens herab, lähmt in grössern Gaben, undbei allen Erscheinungen einer seh* hohen Erregung der den Muskeln de»animalischen Lebens angehörigen Nervenstämme, des Rückenmarkes, beiConvuisionen und Tetanus, erfolgt der Tod durch Asphyxie. Ist die Pri-märwirkung der Brechnuss nicht so stark, und kann sie daher chemisch aufdie Magenhäute wirkeH, so entwickelt sich Gastro-Enteritis, vor derenEintritt ein Erbrechen stattfindet, weshalb man, wenn dieses stockt, es be-fördern soll. In Folge von Versuchen an Thieren und Menschen btvibach-tete Orfila (1. c. T. III. S. 445 seq.) Folgendes in Betreff der Wirkungder Krähenaugen: 1) Sie sind sehr giftig für den Menschen und eine sehrgrosse Anzahl Thiere; noch mehr sind es das aus den Krähenaugen bereitetewässerige und geistige Extract. 2) Das wässerige Extract wirkt noch stärker,als das Pulver, aber schwächer, als das geistige Extract. 3) Die Krähenau-gen verdanken ihre giftige Wirkung dem in ihnen enthaltenen Strychnin undBrucin. 4) Auch die durch Äther aus den Krähenaugen ausgezogene, fetteMaterie wirkt durch ihren Gehalt an Strychnin und Brucin. 5) Die Krä-henaugen bringen besonders Starrkrampf, Unbeweglichkeit des Brustkastensund Scheintod hervor, dem die Thiere erliegen, wie dies Magendie undDelille gezeigt haben. 6) Die Krähenaugen wirken mit der grössten Kraft,wenn man sie in die Brust- und Bauchhöhle, oder in die Jugularvenebringt, weniger stark, wenn man sie auf das Hautzellgewebe anwendet,oder in Arterien einspritzt, die vom Herzen entfernt sind, noch schwächer,wenn man sie in den Speisecanal eiuführt, oder auf schleimige Oberflächenapplicirt. 7) Krähenaugen wirken gar nicht auf Thiere, denen man dasRückenmark genommen hat. 8) Wenn auch durch Beobachtungen erwiesenwäre, dass die Krähenaugen beständig Entzündung des Gewebes erregen,falls sie dasselbe berühren, so darf man diese örtliche Entzündung dochnicht als Ursache des Todes betrachten. 9) Diesel Letztere hängt von derAbsorption des activen Grundstoffes der Krähenaugen ab, welcher mittelsder Venen zu wirken scheint, nach Magendie von der Einführung diesesStoffs in den Strom der Circulation und von der Erregung, die dadurch imRückenmarke hervorgebracht wird.

Chemische Ausmittelung. Nach Orfila und Barruel stösst eineBrechnuss enthaltende Masse, auf glühende Kohlen gestreuet, einen weissen,dicken und besondern Geruch aus, und es bleibt ein kohliges Residuumzurück, welches durch Schwefelsäure schwarz, durch Salpetersäure dunkel-orangefarben tingirt wird. Kochen mit destillirtem Wasser giebt eine gelb-liche , bittere opalisirende Flüssigkeit, die durch Galläpfeltinctur gelblichweiss, durch Salpetersäure roth, durch Ammonium braun wird. Nach Sät-tigung des Säureüberschusses durch kohlensauren Kalk wird die Flüssig-keit bis zum Trocknen abgeraucht und der Rückstand mit Alkohol behan-delt. Die geistige Flüssigkeit, bis zur Syrupsdicke verdunstet, schmecktbitter wie Brucin und Strychnin, Ammoniak bildet darin einen Niederschlag,und durch Salpetersäure wird sie dunkelorange gefärbt. In der neuestenAuflage seines Traite de la Medecine legale. T. III. 1836. S. 436 be-merkt Orfila über die Entdeckung der Brechnuss im Magen und in denGedärmen Folgendes.Wenn die gefundene pulverige Substanz nicht die