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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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NUX VOMICA

bietet eine grosse Höhle dar, deren etwa i Linie dicke Wände sich be-rühren. Das Krähenaugenpulver ist graugelb von Farbe, schineckt sehrbitter und hat einen süssholzartigen Geruch; auf Kohlen gestreut, entzün-det es sich bei ziemlich hoher Wärme, während es sich im entgegengesetz-ten Falle zersetzt, einen dicken, weissen Rauch ausstösst, eigentümlichriecht und eine Kohle zurücklässt; concentrirte Schwefelsäure schwärzt dasPulver, Salpetersäure theilt ihm eine dunkelorangegelbe Farbe mit, lässtman es einige Minuten in destillirtem Wasser kochen, so erhält man einegelbliche, opalartige Flüssigkeit, die durch Ammonium dunkelgelb, durchSalpetersäure gelbröthlich gefärbt wird; ein spirituöser Galläpfelaufguss bil-det in diser Flüssigkeit einen weissen, leicht ins Graue spielenden Nieder-schlag; mit siedendem, durch Schwefelsäure gefärbtem Wasser vermischt,wird die Flüssigkeit schwach, trübe und gelblich, Galläpfelaufguss machtdarin einen weissgelblichen Niederschlag, Salpetersäure röthet sie nach eini-gen Augenblicken, Ammonium färbt sie braun und schlägt daraus schwärz-liche Flocken nieder. Die Krähenaugen bestehen, nach Caventou undPelletier, aus 0,4 Strychninsalz, aus festem Öl, gelben Farbestoffe, undschwer vom Strychnin zu trennenden Brncin; Pioff erhielt bei der Destil-lation ein widrig riechendes Princip und eine thierische Materie, Pelten-kofer, 0,52 Strychein; Meiisner fand in der Asche Kupfer. Symptomeder Vergiftung durch Krähenaugen: Gefühl von Schwere und Schwächebei Bewegung der Glieder, welches den Ergriffenen nöthigt, zu ruhen;Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Liebe zur Einsamkeit, zur Dunkelheit;erhühete Reizbarkeit, Empfindlichkeit gegen Licht und Schall, durch nichtszu verbannendes Gefühl von Kälte; ferner Thränenfluss, heisse Wan-gen, Speichelfluss, Bläschen auf der Zunge, Brennen und Kratzen imSchlünde und Magen, Harnbeschwerden, Priapismus, Schleiiufluss aus derHarnröhre, Schlaflosigkeit, Schwindel mit augenblicklicher und unvollkom-mener Bewusstlosigkeit, innere Angst und Unruhe, späterhin Gliederzittern,grosse Hinfälligkeit, zwischendurch leichte Zuckungen mit Eingenommenheitdes Kopfes, Todtenblässe, oder rothbraune Gesichtsfarbe, Einfallen derAugen, undeutliche, beschwerliche Sprache, mühsame Respiration, blasen-artiger Ausschlag, Ekel, hässlicher, fauliger Geschmack, Aufstossen, Er-brechen, starker Durchfall, kalte Gliedmassen, Unempfindlichkeit; im höch-sten Grade der Vergiftung paroxysmenweises Eintreten von Starrkrampf(Opisthotonus ) und Asphyxie, mit lähniungsartiger Schwäche alternirend,wobei die Antälle immer länger dauern, später immer stärkeres Sinken desPulses, immer beschwerlichere Respiration, die sogar während des Krampf-anfalles zuweilen sistirt; der Bauch schwillt auf, es schwitzt Blut aus denAugen, der Kranke bekommt blaue Flecke, das Gesicht wird bleifarbenund bei tetanischer Steifheit sistiren die Respirationsacte endlich ganz,Herzschlag und peristaltische Bewegung der Gedärme dauern aber noch eineZeit lang fort, und aus der etwa geöffneten Ader fliesst ein schwarzes, inhohem Grade carbonisirtes Blut. Der Tod erfolgt durch Apoplexie. Orfila(Mädecine legale T. III. S. 440) schildert den Verlauf der Vergiftung beiMenschen und Thieren folgendermassen: Allgemeines Übelbefinden, allge-meine Zusammenziehung sämmtlicher Muskeln, während die Wirbelsäule ge-rade gerichtet ist; auf diese Zusammenziehung, deren Dauer sehr kurz ist,folgt eine bemerkbare Ruhe, auf diese wieder ein neuer Anfall, der länger,als der erste dauert, und während dessen der Athem beschleunigt ist. DieZufälle schwinden dann wieder plötzlich, der Athem wird langsam und derKranke scheint in einen Zustand von Staunen ( elonne ) versetzt zu sein;wenige Zeit nachher erneuerte allgemeine Zusammenziehung. Bei den Hun-den tritt darauf Erstarrung uud Aneinanderziehen der Vorderpfoten ein, diesich nach Hinten legen; die Wirbelsäule beugt sich, der Kopf ist auf dieBrust niedergezogen, der Athem sehr beschleunigt, es tritt bald nachherErstarrung und Ünbeweglichkeit der hintern Gliedmassen ein, der Kopf unddie Brust werden in die Höhe gehoben, die Thiere fallen anfangs auf denUnterkinnbacken und bald auf die Seite, der Starrkrampf ist zu dieser Zeit