I. Allgemeine Zusammenstellung der anatomischen Elementeund ihrer unterscheidenden Merkmale.
Bei den höheren Gewächsen entwickelt sich die Frucht aus dem reifenden, die Bau u. Function,meist in Mehrzahl vorhandenen Samen bergenden Fruchtknoten der Blüthe. Erwird zu einem Gehäuse, dessen Wand (Pericarp, Fruchtwand, Fruchtschale) die dergeschlechtlichen Vermehrung der Pflanze dienenden Samen schützt, ihre Entleerung,unter Umständen auch ihre Verbreitung fördert. Mit den Samen haben wir uns indem vorstehenden Kapitel eingehend beschäftigt. Das dort in der Einleitung überdie Samenpulver Gesagte hat auch für die Fruchtpulver Geltung, allerdings mit derEinschränkung, dass in ihnen neben den Bestandtheilen der Samen auch diejenigender Fruchtwand vorkommen. Deren Bau ist in den Einzelfällen — es sei hier nuran die trocknen wie saftigen, schwammigen, lederartigen oder holzigen, faserigen undsteinartigen Früchte erinnert — ungemein verschieden. Ihm und seiner diagnosti-schen Bedeutung haben wir zunächst näher zu treten.
A. Die Fruchtwand (Pericarp).
Sie besitzt, zum mindesten in frühen Entwicklungsstadien, blattartige Beschaffen-heit. Dieser entspricht, auch im ausgebildeten Zustand, die Oberhaut der Frucht(Exocarp, Epicarp) noch am meisten. Auch Spaltöffnungen und Haare können hiervorhanden sein.
An der inneren, die Fruchthöhle auskleidenden Epidermis (Endocarp) ist innere Epidermis,der epidermale Character meist schon etwas verwischt. Sie kann als zarte, ausziemlich dünnwandigen Zellen bestehende Haut, ebenso aber auch als feste, sich aussklerotischen Zellformen zusammensetzende Schicht ausgebildet sein.
Die grösste Veränderung zeigt das dem Mesophyll des Blattes entsprechende,zwischen beiden Epidermen befindliche Füllgewebe (Mesocarp). Schon seine quan- Puiigewebe.titative Entwicklung — es sei auf die saftigen Früchte hingewiesen — ist in denEinzelfällen ausserordentlich verschieden. In Bezug auf die Qualität entfallen aufes in erster Linie die oben schon angedeuteten Eigenschaften, wobei die sie be-dingenden zarten oder festen, saftigen oder trockenen Zellen, je nach Art der Früchte,einheitlich das Füllgewebe ausmachen oder differenzirt, in Schichten, Gruppen,
Nestern etc., auftreten.
Bei Fructus Oolocynthidis — die Frucht gelangt geschält in den Handel — FructusCoio-
cynthidis.
liegt im Grossen und Ganzen der erstere Fall vor. Das quantitativ sehr mäch- Parenchym und
° seine Trümmer.
tige Innengewebe der ehemaligen Fruchtblätter — da die Samen zu entfernen sind,
Bau.Oberhaut.