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1. Anorganische Chemie 2. Abt. (1907) Metalle
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Gewinnung des Silbers.

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Kongsberg (Norwegen), am Ural, in Mexiko, Chile, Peru, Kalifornien,im Washoe- Distrikte und am Superiorsee in Nordamerika usw. Dasgediegen vorkommende Silber enthält gewöhnlich kleine Mengen vonGold, Kupfer, Quecksilber und von anderen Metallen.

Von den Silbererzen sind die wichtigsten der Silberglanz oderdas Silberglaserz: Ag 2 S; das dunkle Rotgültigerz oder derPyrargyrit: 3 Ag 2 S -)- Sb 2 S 3 ; das lichte Botgültigerz oder derProustit: 3 Ag 2 S -f- As 2 S 3 ; der Miargyrit: Ag 2 S -+- Sb 2 S 3 ; dasSprödglaserz oder der Stephanit: 5Ag-S -(- Sb 2 S 3 ; der Poly-basit: 9Ag 2 S -f- Sb 2 S 3 ; das Silberhornerz: AgCl.

Seltener sind das Silberbromid: AgBr; das Silberjodid: AgJ;der Silberwismutglanz: Ag 2 S + Bi 2 S 3 ; der Kupfersilberglanz:Cu 2 S -f~ Ag 2 S; das Selensilber: Ag 2 Se; das Tellursilber: Ag 2 Te;das Silberamalgam usw.

In kleinerer Menge findet sich das Silber ferner im Bleiglanz, imKupferkies, im Buntkupfererz, in den Fahlerzen usw.

Auch im Meerwasser, im Seesalz, im Steinsalz, in einigen Fucus-arten, sowie in der Asche mancher Landpflanzen sind sehr kleine MengenSilbers gefunden.

Darstellung. Die Gewinnung des metallischen Silbers aus den Silber-erzen ist je nach der Natur der letzteren eine sehr verschiedene. Dieselbegeschieht: a) durch Darstellung von silberhaltigem Blei und darauf folgendeTrennung des Silbers vom Blei durch Oxydation Treibarbeit;b) durch Vereinigen des Silbers mit QuecksilberAmalgamation, undDestillation des so erzielten Silberamalgams; c) durch Überführung desSilbers in ein in Wasser lösliches Salz und Ausfällen des Metalles aus dieserLösung mittels Kupfer hydrometallurgischer Prozeß; d) aufelektrolytischem Wege.

Von vorstehenden Gewinnungsweisen ist die, welche als Treibarbeit be-zeichnet wird, die älteste. Das silberhaltige Blei, welches hierbei zur Ver-arbeitung gelangt, wird entweder direkt bei der Darstellung von Blei ausBleiglanz gewonnen (s. S. 724 u. 725), oder indirekt, indem man silberarmeErze mit Bleiglanz zusammen röstet und alsdann die Masse in Schachtöfenniederschmilzt, um so das Silber in das Blei, welches sich an der tiefstenStelle des Ofens metallisch ansammelt, überzuführen.

Enthält das metallische Blei mehr als 0,1 Proz. Silber, so kommt esunmittelbar zur Verarbeitung auf den sogenannten Treibherden; enthält dasBlei dagegen weniger an Silber als 0,1 Proz., so sucht man dasselbe vor derVerarbeitung auf Silber durch das sogenannte Pattinsonieren noch damitanzureichern. Zu diesem Behufe schmilzt man das silberhaltige Blei introgförmigen, eisernen Gefäßen und läßt es alsdann langsam erkalten. Hier-bei scheidet sich zunächst nahezu silberfreies Blei in Kristallen aus, währenddas Silber in dem am längsten flüssig bleibenden Teile sich konzentriert').

') Wie S. 30 erörtert ist, zeigen Legierungen von Metallen einen niedrigerenSchmelz- und Erstarrungspunkt als ihre Einzelbestandteile. Die alsfeste Lösungen"betrachteten Legierungen zeigen somit bezüglich des Sinkens des ErstarrungspunktesÄhnlichkeit mit den Lösungen eines Salzes in Wasser (s. S. 40). Auch beim langsamenAbkühlen der Legierungen treten ähnliche Erscheinungen auf, wie bei den Salzlösungen.Ebenso wie es bei den Salzlösungen durch wiederholtes Schmelzen und Erstarrenlassen