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1. Anorganische Chemie 2. Abt. (1907) Metalle
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Uran Verbindungen.

Gemenges von UO 3 oder U 3 0 8 mit Kohle im Chlorstrom. Uranylchlorid:[U0 2 ]C1 2 4" H 2 0, wird in gelben Kristallen erhalten durch Lösen von DO 3in Salzsäure.

Mit Sauerstoff vereinigt sich das Uran in mehreren Verhältnissen:Urandioxyd oder Uranoxydul: UO ! ; Urantrioxyd oder Uranoxyd:UO 3 ; Uranoxyduloxyd: U 3 0 8 = UO 2 -f- 2U0 3 , welches den Haupt-bestandteil des besonders in Joachimsthal in Böhmen in pechglänzendenMassen vorkommenden Uranpecherzes oder der Pechblende, bildet, so-wie Urantetroxyd: UO 4 .

Das Uranoxydul: UO®, wird als schwarzes Pulver durch Glühen vonUO 8 im Wasserstoffstrom oder mit Kohle, kristallisiert, durch Schmelzen vonUranylchlorid mit Chlornatrium bei Abschluß der Luft, erhalten. In letztererGestalt ist dasselbe isomorph mit Thoriumoxyd: ThO 2 . Dem Uranoxydulentspricht ein Uranhydroxydul: U(OH)', welches den Charakter einerschwachen Base besitzt und sich infolgedessen mit Säuren zu den grün ge-färbten Uranoxydul-, oder Uranosalzen vereinigt. Das Uranhydroxydül ent-steht als ein hellgrüner, an der Luft durch Aufnahme von Sauerstoff sichbraun und schließlich gelb färbender Niederschlag bei der Einwirkung vonKalilauge auf Uranchlorür. Auch die Uranoxydulsalze besitzen nur einegeringe Beständigkeit, indem sie leicht durch Sauerstoff aufnähme in Uran-oxydsalze übergehen.

Die oxydfreien Uranoxydulsalze, welche in Lösung die grün ge-färbten, vierwertigen Uranionen U " enthalten, liefern folgende Reak-tionen: Kalilauge scheidet hellgrünes Uranhydroxydul: U(OH) 4 , ab, welchesbei Luftzutritt in braunschwarzes Uranoxyduloxydhydrat: U 3 0 8 -|-H 2 0, undschließlich in gelbes Kaliumuranat: K 2 U 2 0', übergeht. Natronlauge undAmmoniak verhalten sich wie Kalilauge; Kalium-, Natrium- und Ammonium-carbonat erzeugen weißgrüne Niederschläge. Ferrocyankalium ruft einengelbgrünen, rasch rotbraun werdenden Niederschlag hervor. Schwefel-ammonium bewirkt eine hellgrüne, rasch dunkelbraun werdende Fällung.Schwefelwasserstoff ruft keine Fällung hervor. Von den Uranosalzen läßtsich am leichtesten das Uranosulfat: U(S0 4 ) 2 4II*0, welches isomorphmit dem Thoriumsulfat ist, erhalten. Man löst Uranoxyduloxyd: U 3 0 8 ,in heißer, überschüssiger Schwefelsäure, fügt der Lösung etwas Alkohol zuund setzt sie dann in einem verschlossenen Glase dem Sonnenlicht aus.Dasselbe bildet intensiv grün gefärbte, rhombische Kristalle.

Dem Uranoxyd: UO 3 = [UO s ]0 (darstellbar als rotgelbes Pulverdurch schwaches Glühen von Uranoxydnitrat), entspricht das Uranhydroxydoder die sogenannte Uransäure: [UO ! ](OH) ! (vgl. S. 972). Letztere Ver-bindung besitzt sowohl den Charakter einer schwachen Säure, indem sie mitstarken Basen salzartige Verbindungen: Uranate, vom Typus der Chromateund Dichromate liefert, als auch den einer Base, indem sie sich mit Säurenzu den Uranoxyd- oder Urani- oder Uranylsalzen vereinigt. LetztereSalze enthalten in Lösung das zweiwertige, gelb gefärbte Uranylion UO 2 ",welches eine grüne Fluoreszenz zeigt. Die Uberuransäure: UO 4 -}- 2Ii 2 0ist ein gelbliches, hygroskopisches Pulver (s. S. 973); mit Basen liefert die-selbe, bei Gegenwart von Wasserstoffsuperoxyd, sehr unbeständige Salze, diePeruranate, z.B.: Na 4 U0 8 -f~ 8H 2 0 (Fairley) oder (Na 2 0 2 ) 2 U0 4 -|- 8H 2 0(Melikoff).

Die Uranate leiten sich indessen nicht von dem normalen Uran-hydroxyde: [U0 2 ](0H) 2 , sondern von der anhydrischen Form desselben,II 2 U e 0 7 = 2 ([UO 2 ] (OH) 2 ) — H 2 0, ab. Ein derartiges Uranat ist z.B. deralsUrangelb im Handel befindliche Farbstoff (Na 2 U 2 0 7 , Natriumuranat),