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Magnesiumsulfat.
Magnesiumsuperoxyd: MgO 2 , ist bisher in reinem Zustande nichtbekannt. Das an Superoxyd reichste Präparat wird erhalten, wenn man zueiner Lösung von 10 g MgSO* -|- 7H' 2 0 in 200ccm Wasser 20g Wasserstoff-superoxydlösung von 30 Proz. und hierauf 500 ccm Katronlauge (80 g Na OH: 1000) zufügt. Der hierdurch gebildete schleimige Niederschlag ist möglichstrasch abzusaugen, mit Wasser auszuwaschen, zwischen Tonplatten zu pressenund im Exsikkator zu trocknen. Das so erhaltene Produkt bildet ein weißes,in Wasser fast unlösliches Pulver, welches, neben 30 bis 40 Proz. Wasser, auf1 Mol. MgO 2 1 Mol. MgO enthält. Schon bei 25° verliert es bei der Auf-bewahrung Sauerstoff, besonders rasch bei Zusatz von Wasser (ßuff, Geisel).In verdünnter Schwefelsäure löst sich das Pulver unter Sauerstoffentwicke-lung und Bildung von H 2 0 2 . Nach B. Merck entsteht MgO 2 beim Zu-sammenbringen von trockenem MgO mit reinem H 2 0*.
Als Hopogan wird für arzneiliche Zwecke ein Magnesiumoxyd in denHandel gebracht, welches 15 Proz. MgO 2 enthalten soll. Über die Bestim-mung des MgO 2 s. S. 181.
Nach F. Hinz soll Magnesiumsuperoxyd erhalten werden, wenn manin den Anodenraum einer mit Diaphragma versehenen Zersetzungszelle Chlor-magnesiumlösung (1:5), in den Kathodenraum eine neutrale Wasserstoff -superoxydlösung, welche die gleiche Menge MgCl 2 -f- 6H 2 0 enthält, bringtund bei 6 bis 7 Yolt Spannung elektrolysiert. Das MgO 2 wird an der ausPlatin gefertigten Kathode ausgeschieden; die Anode besteht aus Kohle.
Verbindungen des Magnesiums mit sauerstoff-haltigen Säuren.
Magne si u m Sulfit: Mg S O 3 +■ 6 H' 2 O , Magnesium sulp hur osurn,schwefligsaures Magnesium, wird erhalten durch Einleiten vonSchwefligsäureanhydrid in ein gleichmäßiges Gemisch von 1 Tl. Basisch-Magnesiumcarbonat und 6 Tin. Wasser, bis die Entwickelung von Kohlen-säureanhydrid aufhört und die Mischung nach Schwefligsäureanhydrid riecht.Hierauf lasse man absetzen, sammle die weiße, kristallinische Masse, waschesie mit kleinen Mengen kalten Wassers nach, presse sie aus und trockne siebei 25 bis 30° C. Durch Eindampfen des Piltrats bei mäßiger Wärme resultierteine weitere Menge des Magnesiumsulfits in kleinen, glänzenden Kristallen.Das Magnesiumsulfit löst sich in etwa 80 Tin. Wasser (Hager). An derLuft verwandelt es sich allmählich in Magnesiumsulfat. Das Magnesium-sulfit findet beschränkte arzneiliche Anwendung.
Magnesiuinsulfat: Mg SO 4 -f- 7H 2 0.
Molekulargewicht: 246,4 (244,69 11 — 1; 246,46 O = 16).(In 100 Tin., Mg: 9,88, S: 13,01, O: 25,97, H 2 0: 51,14 oder MgO: 16,38,SO 3 : 32,48, H 2 0: 51,14.)
Syn.: Magnesia sulphurica, Sal amarum s. anglicum, schwefelsaureMagnesia, schwefelsaures Magnesium, Bittersalz, englisches Salz,Epsomer Salz, Sedlitzer Salz.
Geschichtliches. Das Bittersalz ist gegen Ende des 17. Jahrhundertsvon England aus bekannt geworden ( Sal anglicum), wo es zuerst 1694 durchN. Grew aus der Epsomer Mineralquelle dargestellt wurde. In Deutschlandveranlagte Fr. Hoffmann 1717 die Darstellung desselben aus dem SedlitzerBitterwasser. Aus Kieserit wird Magnesiumsulfat seit 1868 auf Anregungvon Griinberg gewonnen.