Bleiweiß.
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sammensetzung keine ganz konstante ist. In den meisten Fällen ent-spricht dieselbe der Formel [2 PbCO 3 -j- Pb(OH) 2 ]. Eine Verbindungvon letzterer Zusammensetzung resultiert in perlmutterglänzendenBlättoben, beim Erhitzen von Basisch-Bleiacetatlösung mit Harnstoffauf 130° (Bourgeois). Auch der Hydrocerussit von Longban in«Schweden besitzt diese Zusammensetzung.
Darstellung. Die technische Gewinnung des Bleiweißes geschiehtnach verschiedenen Methoden, welche jedoch alle darauf basieren, daß manBasisch-Bleiacetat durch Kohlensäure zerlegt.
a) Das älteste, holländische Verfahren besteht darin, daß man'dünne, spiralig aufgerollte Bleiplatten derartig in glasierte, zum Teil mitEssig angefüllte Töpfe bringt, daß sie nicht in den Essig eintauchen, dieseTöpfe dann mit einer Bleiplatte lose verschließt und sie reihenweise längereZeit in sich zersetzende Lohe oder auch in Pferdemist einbettet. Das Bleiwird hierbei unter dem gleichzeitigen Einflüsse von Luft und der durch dieentwickelte Wärme verdampfenden Essigsäure zunächst in Basisch-Bleiacetatverwandelt, welches alsdann durch das Kohlensäureanhydrid, das sich ausder Lohe oder dem Pferdemist — in letzterem Falle neben Ammonium-carbonat — entwickelt, in Basisch-Bleicarbonat verwandelt wird. Hierdurchwird wieder Essigsäure frei gemacht, die dann von neuem Basisch-Bleiacetaterzeugt. Das gebildete Bleiweiß bleibt an der Oberfläche der Bleiplattenhaften und wird durch Abklopfen davon getrennt. Die beim Aufrollen derBleiplatten direkt abfallenden schieferartigen Bleiweißplatten, ebenso die voll-ständig in Bleiweiß umgewandelten Bleiplatten werden direkt als Schiefer-weiß in den Handel gebracht.
b) Nach dem englischen Verfahren mischt man 100 Tie. Bleiglättemit 1 Tl. Bleiacetat und wenig Wasser, und leitet durch das feuchte Ge-misch, welches durch eine Kührvorrichtung in Tonnen oder Trögen um-gerührt wird, Kohlensäureanhydrid. Durch Wechselwirkung von Bleioxyd,Bleiacetat und Wasser wird auch hier zunächst Basisch-Bleiacetat gebildet,welches durch das einströmende Kohlensäureanhydrid in Basisch-Bleicarbonatund freie Essigsäure verwandelt wird, die ihrerseits mit einer neuen Mengevon Bleioxyd wieder Basisch-Bleiacetat bildet. Die Wirkung des Bleiacetatsist in gewissem Sinne eine katalytische, die Bildung des Bleiweißes be-schleunigende, da auch ohne dasselbe, wenn auch sehr langsam, unter diesenBedingungen Bleiweiß entsteht.
c) Nach der französischen Methode löst man so viel als möglichBleiglätte in Essig auf und zerlegt das so gebildete Basisch-Bleiacetat durchEinleiten von Kohlensäureanhydrid, welches durch Verbrennen von Koksgewonnen wird. Die von dem abgeschiedenen Bleiweiß getrennte, essig-säurehaltige Flüssigkeit wird alsdann von neuem zum Auflösen von Blei-glätte verwendet.
d) Das deutsche oder österreichische Verfahren, welches 1759zuerst in Klagenfurt fabrikmäßig benutzt wurde, besteht darin, daß mangleichzeitig Luft, Kohlensäureanhydrid, Wasser- und Essigdämpfe bei 50bis 60° in Kammern einleitet, in denen umgebogene, dünne Bleiplatten ingroßer Zahl aufgehängt sind. Der Prozeß ist hierbei ein ähnlicher, wie beidem holländischen Verfahren.
Das auf die eine oder die andere Weise gewonnene Bleiweiß wird mitWasser fein zermahlen, geschlämmt und schließlich getrocknet.
Kleine Mengen vou Bleiweiß werden auch aus Bleisulfat, welches inder Färberei bei der Beizedarstellung als Abfall resultiert, dadurch bereitet,