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2 (1882) Organische Chemie
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Aetlierisclie Oele.

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Tapeten, Spielwaaren etc., sowie zur Herstellung von Tinten, gefärbten Fir-nissen, Lacken etc. Niclit unbeträchtliche Mengen von Theerfarben findenauch in der Zeugdruckerei, sowie zur Herstellung von Druckfarben überhauptVerwendung.

D. Aetherische Oele.

Als ätherische Oele bezeichnet man Gemenge chemisch differenter,stark riechender, besonders im Pflanzenreiche fertig gebildet vorkommen-der flüchtiger Verbindungen. Obschon die überwiegende Mehrzahl derätherischen Oele ihrer chemischen Natur nach der Gruppe der aromati-schen Verbindungen angehört oder in naher Beziehung zu derselben steht,so lassen sich dieselben doch nicht direct in diese Verbindungsciasseeinreihen, weil sie keine einheitlichen chemischen Individuen, sondernnur Gemenge verschiedener, meist nur sehr unvollkommen erforschterKörper repräsentiren. Das gemeinsame Band, welches die als ätherischeOele bezeichneten Pflanzenstoffe zn einer Gruppe zusammenhält, bestehtweniger in dem gemeinsamen chemischen Charakter, als in gewissenäusserlichen, meist physikalischen Merkmalen, die denselben sämmtlichmehr oder minder eigenthümlich sind.

Vorkommen. Wie bereits erwähnt, kommen die ätherischen Oelebesonders im Pflanzenreiche, und zwar in den überwiegend meistenFällen fertig gebildet vor. Der aromatische Geruch der Pflanzen istgewöhnlich durch das Vorhandensein ätherischer Oele bedingt. Austhierischen Substanzen ist bisher kein genauer charakterisirtes ätheri-sches Oel isolirt worden, obschon der starke Geruch mancher thierischerSecrete auf deren Anwesenheit (Ameisenöl, Ambraöl, Zibethöl etc.) hin-zudeuten scheint. Einige Pflanzen, bezüglich Pflanzentheile, enthaltendie betreffenden ätherischen Oele nicht fertig gebildet, sondern letztere ent-stehen erst durch den Zerfall anderer, von der Pflanze gebildeter geruch-loser Verbindungen. Diese, im lebenden und getrockneten Zustandegeruchlosen Pflanzentheile entwickeln meist erst dann einen charakteri-stischen Geruch, wenn sie genügend zerkleinert mit kaltem Wasser inBerührung gebracht werden. Zu letzterer Art von ätherischen Oelen,den sogenannten Fermentolen, gehört z. B. das ätherische Bitter-mandelöl und das ätherische Senföl.

Der Gehalt an ätherischem Oele ist in den Pflanzen der verschie-denen Familien, ja häufig sogar in dem Vertreter derselben Pflanzen-gattung ein sehr verschiedener. Aus den Pflanzen der l 1 amilie derKryptogamen und der Palmen, von denen nur sehr wenige aromatischriechen, sind bisher ätherische Oele nicht dargestellt worden. Von denphanerogamen Pflanzen, welche meist ätherisches Oel enthalten, sind es