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2 (1882) Organische Chemie
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Erkennung des Kreatinins.

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Erkennung und Bestimmung des Kreatinins im Harn (Neu-bauer). 300 ccm des innerhalb von 24 Stunden gelassenen, gemischten Harnswerden mit Kalkmilch bis zur alkalischen Reaetion und dann mit soviel Chlor-calcium versetzt, als noch ein Niederschlag entsteht. Nach 1 bis 2 Stundenfiltrirt man den Niederschlag ab, wäscht ihn mit etwas Wasser nach, verdun-stet das Filtrat im Wasserbade zum Syrup und vermischt diesen noch warmmit 40 bis 50 ccm Alkohol von 95 Proc. Nach 6 bis 8 Stunden filtrire manden entstandeneu Niederschlag ab, wasche ihn mit Alkohol aus, enge das Filtratauf 50 bis 60 ccm ein und versetze es nach dem Erkalten mit 0,5 ccm eineralkoholischen Lösung von neutralem Chlorzink (specif. Gewicht 1,2). Nach2- bis 3tägigem Stehen in der Kälte sammle man das Kreatinin-Chlorzink aufeinem gewogenen Filter (s. I., anorg. Thl., S. 193), wasche es mit Alkohol aus,trockne es bei 100° bis zum constanten Gewichte und wäge es. 100 Tille.Kreatinin - Chlorzink entsprechen 62,44 Thln. Kreatinin.

Im diabetischen Harne ist der Zucker vor der Kreatininbestimmung durchGährung mit Hefe zu zerstören.

Zur qualitativen Erkennung des Kreatinins löse man das in obigerWeise abgeschiedene Kreatinin-Chlorzink in wenig heissem Wasser, lasse einen

Tropfen der klaren Lösung freiwilligauf einem Objectglase verdunsten undbetrachte den Verdunstungsrückstandunter dem Mikroskope. Fig. 42 zeigtdas mikroskopische Bild des Kreatinin-Chlorzinks.

Um aus dem Kratinin - Chlorzinkreines Kreatinin darzustellen, löse mandasselbe in kochendem Wasser, zersetzees durch Kochen mit fein vertheiltemBleioxyd oder besser mit Bleihydroxydund entfärbe das Filtrat mit wenigThierkohle. Beim Verdunsten bleibtalsdann das Kreatinin gemischt mitwenig Kreatin zurück, von dem esdurch Ausziehen mit heissem absolutenAlkohol, worin Kreatin unlöslich ist,getrennt werden kann.

Dem Kreatinin isomer ist das Alakreatinin: C 4 H 7 N 3 0 -f- H 2 0 (Iso-kreatinin), welches aus dem Alakreatin ebenso gebildet wird, wie das Kreatininaus dem Kreatinin.

Fig. 42.

p. Amidderivate der Thiokohlensäure.

Auch von der Thiokohlensäure: CS(SH) 2 , leiten sich, ähnlich wie von derKohlensäure, Amidderivate ab. Je nachdem in derselben ein oder zweiHydrosulfyle: SH, durch die Amidgruppe: NH 2 , ersetzt werden, resultiren Ver-bindungen, welche als Thiocarbaminsäure und als Thioharnstoff bezeichnetwerden: