Druckschrift 
2 (1882) Organische Chemie
Entstehung
Seite
457
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Aether cler Phosphorsäuren.

457

Nitroglycerin und 25 Tille. Kieseiguhr) und alsdann unter dem NamenDynamit zur Anwendung gebracht. Auch durch Auflöseil in Methyl-alkohol wird die Gefahr zufälliger Explosionen des Nitroglycerins beseitigt.

Als D u a 1 i n wird ein Gemisch bezeichnet aus Nitroglycerin undSägespänen, oder Holzmasse der Papierfabrikation, welche zuvor miteinem Gemische aus Salpeter- und Schwefelsäure behandelt wurde;als Lithofracteur ein Gemisch aus 12 bis 14 Proc. salpetersauremBaryum, 20 Proc. Infusorienerde, 55 Proc. Nitroglycerin und kleinenMengen anderer Substanzen; als Sprenggelatine oder Sprenggummieine Lösung von 7 Thln. Schiessbaumwolle in 93 Thln. Nitroglycerin.

Eine sehr verdünnte alkoholische Lösung des Nitroglycerins findetunter dem Namen Glonoi'n als homöopathisches Arzneimittel Anwendung.

Nachweis des Nitroglycerins in toxicologischen Fällen. Dasmöglichst zerkleinerte Untersucliungsobject werde wiederholt mit Aether aus-geschüttelt und die geklärten ätherischen Extracte der freiwilligen Verdunstungüberlassen. Sollte dem als ölige Flüssigkeit zurückbleibenden NitroglycerinFett beigemengt sein, so löse man den Verdunstungsrückstand in wenig Alko-hol , filtrire die Lösung und lasse letztere abermals freiwillig verdunsten. Ver-mischt man den so erhaltenen Verdunstungsrückstand mit wenig Wasser, soscheidet sich das Nitroglycerin als ein öliges Liquidum ab.

Zur Erkennung des Nitroglycerins mische man eine Spur desselben miteinem Tropfen Anilin und füge ebenso viel concentrirte Schwefelsäure zu. BeiGegenwart vou Nitroglycerin tritt eine purpurrotlie, auf Zusatz von Wassergrüne Färbung ein. Ist die Menge desselben etwas beträchtlicher, so machtsich unter diesen Bedingungen eine Schwarzrothe Färbung und eine schwacheVerpuffung bemerkbar. Brucinlösung veranlasst unter den gleichen Bedingun-gen eine intensive Rothfärbung. Da indessen salpetersaure und salpetrigsaureSalze, sowie andere Nitrokörper die gleichen Reactionen liefern, so suche mandas Nitroglycerin noch durch seine explosiven Eigenschaften zu kennzeichnen.Man sauge zu diesem Zwecke eine Spur davon in ein sehr feines Capillarrohrund erhitze den Inhalt in der Flamme; hierdurch wird alsdann eine mehr oderminder starke Detonation herbeigeführt.

Ueber die Salpetersäureäther des Mannits und Dulcits s. S. 194 u. 195.

£. Aether der Phosphorsäuren.

Die dreibasische Phosphorsäure: P 0 (0 H) 3 , bildet entsprechend ihren Salzendrei Reihen von Aetliern, von denen nur die Aethylverbindungen:

P0 {(°0 H (OT P 0(0. C 2 !!"') 3

Monoätliylphosphors. Diäthylphospliors. Triäthylphosphatnäher bekannt sind. Die Monäthyl- und die Diäthylphosphorsäure,welche beim Zusammenbringen von absolutem Aethylalkohol mit syrupförmigerPhosphorsäure entstehen, bilden syrupförmige, nicht destillirbare, stark sauerreagirende Flüssigkeiten, welche den Charakter von ein- bezüglich zweibasischenSäuren besitzen.

Das Triäthylphosphat oder der Phosphorsäure-Aethyläther isteine farblose, neutrale, in AVasser, Alkohol und Aether leicht lösliche Flüssig-