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2 (1882) Organische Chemie
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Darstellung des Dimethylketons.

Bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, wo das Aceton von Neuemals Spiritus pyro-aceticus auftauchte, hat man demselben jedoch wenigBeachtung zu Theil werden lassen.

Die Zusammensetzung des Acetons ermittelte erst L i e b i g imJahre 1832, nachdem er zuvor gelehrt hatte, dasselbe im reinen Zu-stande darzustellen.

Das Aceton kommt vor in dem Harne der Diabetiker. Es bildetsich bei der trocknen Destillation des Holzes und ist daher im rohenMethylalkohol und im rohen Holzessig enthalten. Auch andere orga-nische, kohlenstoffreiche Stoffe liefern bei der trocknen Destillation Aceton,namentlich wenn letztere unter Zusatz von Aetzkalk zur Ausführung ge-langt, so z. B. Zucker, Gummi, Weinsäure, Citronensäure etc.

Aceton wird ferner gebildet bei der Oxydation des secundären Propyl-alkohols (siehe S. 228), bei der Einwirkung von Zinkmethyl auf Acetyl-chlorid (vergl. oben), und besonders bei der trocknen Destillation deressigsauren Salze.

In beträchtlichen Quantitäten wird rohes Aceton auch gewonnenbei der Darstellung des Anilins aus Nitrobenzol, mittelst Essigsäureund Eisen.

Darstellung. Um Aceton darzustellen, erhitzt man am besten troeknesessigsaures Calcium in einer Betörte von schwer schmelzbarem Glase oderzweckmässiger noch in einer flachen eisernen Betörte oder in einem eisernenRohre zur schwachen Rothglutli:

CH 3COo} Ca = CH 3COCH 3 -f- CaCO 3

Essigsaures Aceton Kohlensaures

Calcium Calcium

Das auf diese "Weise bei sorgfältiger Abkühlung erhaltene Destillat wirdmit Chlorcalcium entwässert, alsdann der fractionirten Destillation unterworfen,und hierbei die zwischen 56 und 58° übergehenden Antheile gesondert.

Um das Aceton vollkommen chemisch rein zu erhalten, ist es erforderlich,das in obiger Weise gereinigte Product durch Schütteln mit einer concentrirtenLösung von saurem schwefligsauren Natrium in die kristallinische Doppel-verbindung mit letzterem überzuführen, diese abzupressen, mit Alkohol undAether zu waschen, zu trocknen und alsdann durch Destillation mit con-centrirter Sodalösung wieder zu zerlegen. Das hierbei übergehende Aceton isthierauf mit Chlorcalcium zu entwässern und schliesslich zu rectiflciren.

Eigenschaften. Das Aceton ist eine farblose, leicht bewegliche,eigentümlich angenehm riechende, mit Wasser, Alkohol und Aethermischbare, brennbare Flüssigkeit von brennendem, an Pfeffermünze er-innerndem Geschmacke. Aus wässeriger Lösung kann das Aceton leichtdurch Zusatz leicht löslicher Salze, wie Chlorcalcium, kohlensaures Ka-lium etc. wieder abgeschieden werden.

Das Aceton siedet bei 56° C. und hat ein speeif. Gewicht von 0,814bei 0°, von 0,8008 bei 15° C.

Das Aceton löst, ähnlich wie der Alkohol, viele in Wasser unlöslicheStoffe auf, wie z. B. Harze, Farbstoffe, Fette, Kampher etc.