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1 (1877) Anorganische Chemie
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Iridium.

hinterbleibt es als schwammige Masse. Aus den Lösungenseiner Verbindungen wird es durch reducirende Mittel, z. B.durch Weingeist im Sonnenlichte, als äusserst fein vertheiltesschwarzes Iridiummohr gefällt, welches den Luftsauerstoffnoch energischer unter Umwandlung in Ozon absorbirt alsPlatinmohr, und daher stärker oxydirend als letzteres wirkt.

910. Ein Iridochlorür, IrCl 2 , ist nicht für sich bekannt.

Löst man Iridiummohr in Königswasser, und verdampft

bei Temperaturen unterhalb 40°, so bleibt eine schwarze zer-fliessliche Masse zurück, welche wahrscheinlich Iridichlor-wassersto ff säure, H 2 IrCl 8 , (vergl. §. 887) enthält. Dieconcentrirte Lösung ist fast undurchsichtig schwarzbraun undliefert ganz analoge Doppelchlorüre wie das Platinchlorid.Kaliumiridichlorür, K 2 IrCJ 6 , bildet, ebenso wie Am-moniumiridichlorür, (NH 4 ) 2 IrCl 6 , oder Iridium Sal-miak, schwarzrothe schwer lösliche Octaeder; Natriumirdi-*chlor ür, Na 2 IrCl 6 -j- 6H 2 0, dagegen krystallisirt in leichtlöslichen Prismen und Tafeln.

Werden diese Iridimetallchlorüre mit Schwefelwasserstoff-wasser erwärmt, bis die Lösung olivengrün geworden ist, soscheiden sich auf Zusatz von mehr Alkalimetallchlorür dieDoppelverbindungen des Iridiochlorürs ab; z. B.:

2 K 2 IrCl e + H 2 S + 2KCl S -f 2HC1 + K 6 Ir 2 Cli 2 ,welche mit Wasser verbunden meist in schiefen, grünen, inWasser ziemlich leicht löslichen Prismen krystallisiren. DasKalium-Iridiochlorür, K 6 Ir 2 Cl 12 -|-6H 2 0, verwittert leichtan der Luft. Wird dasselbe mit Schwefelsäure stark erhitztund dann in Wasser gegossen, so löst sich Kaliumsulfat, wäh-rend Iridiochlorür, Ir 2 Cl 6 , als olivengrünes, in Wasser un-lösliches Pulver zu Boden sinkt:

K 6 Ir 2 Cl 12 + 6H 2 S0 4 = 6HCl -f 6KHS0 4 -f Ir 2 Cl 6 .

911. Oxyde. Iridiummohr oxydirt sich bei schwacherRothgluth zu I r i d i o o x y d, Ir 2 0 3 , welches sich oberhalb 800°wieder in seine Elemente zersetzt. Noch leichter erhält mandiese Verbindung beim Zusammenschmelzen von Kaliumiridi-chlorür mit Soda:

4 K 2 Ir Cl 6 -f 8Na 2 C0 3 = 8KC1 16NaCl -f 8C0 2 + 0 2+ 2Ir 2 0 3 ,

und Ausziehen der erkalteten Masse mit Wasser. Das Iridiooxyd