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Goldhaloide.
Aurojodür, AuJ, wird neben freiem Jod bei vorsichti-gem Zusatz einer Jodkaliumlösung zu Goldchlorid als citronen-gelbes Pulver gefällt, welches sich schon bei gewöhnlicherTemperatur zersetzt.
878. Aurihaloide. — Aurichlorür oder Gold-chlorid, Au 01g, entsteht direct aus Gold und Chlor und beimAuflösen von Gold in Königswasser. Dampft man letztere Lö-sung bis zur dünnen Syrupsconsistenz ein, so krystallisirenbeim Erkalten zunächst lange gelbe Nadeln von Goldchlor-wasserstoffsäure, HAuC1 4 3H 2 0 (der Borfluorwasser-stoffsäure, §. 358, analog zusammengesetzt), welche bei weiteremErwärmen auf dem Wasserbade schliesslich Goldchloridals dunkel gelbrothe krystallinische, an feuchter Luft höchstzerfliessliche und mit gelber Farbe sich lösende Masse hinter-lässt. Mit den Chlorverbindungen basischer Metalle bildet dasGoldchlorid meist leicht lösliche und krystallisirbare Doppel-chlorüre, welche der Goldchlorwasserstoffsäure entsprechen;z.B. 2KAuC1 4 -)-5H 2 0; NaAuCl 4 -)- 2 H 2 0 und 2 (NH 4 ) AuC1 4-1- 5 H 2 0.
Auribromür oder Goldbromid entsteht direct aus denElementen, zersetzt sich aber sehr leicht. Mit Bromwasserstoffvereinigt es sich zu Goldbromwasserstoffsäure, HAuC1 4 ,welche sich schon bei 150° unter Bildung von Aurobromürzersetzt. Ihr entsprechende Metallverbindungen sind ebenfalls-bekannt.
Aurijodür oder Goldjodid existirt für sich nicht,wohl aber lassen sich dunkel gefärbte, krystallisirbare Doppel-jodüre aus Aurojodür darstellen, wenn dasselbe mit Jod undAlkalimetalljodüren zusammengebracht wird; z. B. KAuJ 4 .
Oxyde des Goldes.
879. Aurooxyd oder Goldoxydul, Au 2 0, bildetsichals dunkelblauviolettes Pulver, wenn Goldchlorür mit KalilaugeÜbergossen wird. Schon bei 250° zerfällt es in seine Elemente.Von Sauerstoffsäuren wird es nicht angegriffen, durch Salz-säure in Gold und Chlorgoldwasserstoff gespalten:
3Au 2 0 -f 8HC1 = 2HAuC1 4 -f 4Au -f 3H 2 0.