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1 (1877) Anorganische Chemie
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Thalliumhaloide.

Wasser leicht löslich und liefert mit überschüssiger Flusssäurereguläre Krystalle von Wasserstoff-Thallofluoriir, HTlFla(vergl. §. 435).

Thallochlorür, T1C1, fällt aus Thallosalzlösungen aufZusatz von Salzsäure als weisser käsiger, am Lichte sich violettfärbender Niederschlag. 100 Theile Wasser lösen von dem-selben bei 16° 0,265 Theile, bei 100° 1,427 Theile. Aus heissemWasser krystallisirt es in Würfeln von 7,02 specif. Gewicht.Es schmilzt und verdampft leicht und erstarrt beim Erkaltenzu einer hornartigen Masse.

Thallobromür, TIBr, ist dem Chlorür sehr ähnlich, aberschwerer löslich, Thallojodür, TU, hellgelb und in kaltemWasser so gut wie unlöslich.

Thallidhaloide.

865. Thallid chlorür oder Thalliumtrichlorür,T1C1 3 , geht beim Zuleiten von Chlorgas zu unter Wasser be-findlichem Thallochlorür in Lösung und krystallisirt bei vor-sichtigem Verdunsten im Yacuum in grossen farblosen ge-wässerten Prismen, T1C1 3 -f- H 2 0, welche an feuchter Luftzerfliessen und schon bei 100° Chlor verlieren.

Beim schwachen Erhitzen von Thallium oder demMonochlorür im Chlorgase entsteht Thallo - Thallidchlorür,T1C1 T1C1 S , welches bei stärkerem Erhitzen zu der gelb-braunen Verbindung 3 T1C1} T1C1 S wird. Letztere krystallisirtaus der Lösung von Thallium in Königswasser in gelben,schwer löslichen glänzenden Blättchen.

Mit den Chlorüren der Alkalimetalle und dem Salmiakvereinigt das Thallidchlorür sich zu der letzteren Verbindungentsprechenden Doppelchlorüren; z.B. T1C1 S -f- 3KCl -f- 2H 2 0und T1 Cl 3 -f- 3NH 4 C1 -f- 2H a O bilden grosse quadratischeKrystalle.

Thallidbromiir und Thallidjodür sind für sichsehr unbeständig, beständiger als Verbindungen mit Bromürenund Jodüren der Alkalimetalle, welche mit 3 Molecülen Wasserregulär krystallisiren; z. B. TlBr g -)- 3KBr -}- 3H a O.

Die Thallidhaloide sind auch in wasserfreiem Weingeistlöslich.