LI. Thallium, T1 = 204.
862. Das Thallium wurde im Jahre 1861 von Crookesund fast gleichzeitig von Lamy mit Hülfe der Spectralanalyseim Bleikammerschlamme von Schwefelsäurefabriken, welcheSchwefelkiese und Kupferkiese verarbeiten, entdeckt. SeinenKamen erhielt es von Sk /. J . os (grüner Zweig) wegen derprachtvoll grünen Farbe, welche seine flüchtigen Verbindungender mattleuchtenden Gasflamme ertheilen. In den thallium-führenden Erzen findet es sich nur in geringen Mengen, reich-licher ist es lediglich in dem sehr seltenen schwedischenMinerale Crookesit, einem Gemenge von Cupro-, Argento-und Thalloselenid, enthalten.
Werden thalliumhaltige Kiese verbrannt, so verflüchtigensich mit dem Schwefligsäuregase auch Thalliumverbindungenund gelangen so in den Flugstaub der Leitungskanäle undtheilweise sogar in die Bleikammern der Schwefelsäurefabriken,in welchen letzteren sie in dem auf dem Boden angesammeltenSchlamme gefunden werden.
Zur Darstellung des Metalles wird am zweckmässigstender Flugstaub mit kochendem Wasser ausgezogen und dieklare stark eingeengte Lösung mit Salzsäure vermischt. Dassich abscheidende unreine Chlorthallium wird dann in dashalbe Gewicht heisser concentrirter Schwefelsäure eingetragen,nach Verjagung aller Salzsäure das Sulfat in Wasser gelöst,durch Sättigen mit Schwefelwasserstoff etwas Arsen, Antimon,Wismuth etc. ausgefällt, das Filtrat mit etwas Salpetersäuregekocht, umFerrosalze in Ferridsalze überzuführen, und durchUebersättigen mit Ammoniak Eisen und Aluminium in Formvon Hydroxyden niedergeschlagen. Aus der wieder abfiltrirtenLösung krystallisirt beim Eindampfen reines Thallosulfat,