816
Oxyde des Mangans.
4(MnCl 2 + 2NH 4 C1) + 8NH 3 + 10H 2 O -f 0 2 = 16NH 4 C1+ 2 Mn 2 (0 H) 6 ,
anhydrisirt sich aber beim Trocknen theilweise. Das durchOxydation des feuchten Manganohydrates an der Luft ent-stehende schwarzbraune Pulver scheint dieselbe Verbindungzu sein. Ein Manganidanhydrohydrat von derFormelMn 2 0 2 (OH) 2ist der in eisenschwarzen, harten, rhombischen Prismen von3,2 specif. Gew. krystallisirende Manganit.
Manganidoxyd und seine Hydrate lösen sich in kalterSchwefelsäure zu tief braunrothem Manganidsalz, das sichbeim Erwärmen unter Sauerstoffentwickelung in Manganosalzverwandelt. Warme Salpetersäure dagegen spaltet diese Ver-bindungen in Manganonitrat und Manganosuperoxyd:
Mn 0 O 3 + 3 II ä S 0 } = Mn 2 (S 0 4 ) 3 -f 3 H 2 0 = 2 Mn S 0 4+ H 2 S0 4 + 2H 2 0 + O
und
Mn 2 0 3 4 2 HN0 3 = Mn(N0 3 ) 2 + HjO + Mn0 2 .
790. Mangansuperoxyd, Mn0 2 , bildet das in eisen-schwarzen rhombischen Prismen krystallisirende Mineral Br aun-stein oder Pyrolusit von 4,82 specif. Gew., und wird alssolches bergmännisch gewonnen und zur Bereitung andererManganverbindungen, hauptsächlich aber zur Chlordarstellung,in grossen Massen benutzt. Es liefert ein eisengraues Pulverund unterscheidet sich dadurch vom Braunit. Der natürlicheBraunstein ist nie rein, sondern enthält stets noch Oxyde desEisens und meist andere Gesteine als Beimengung. Künstlicherhält man das Superoxyd durch Zersetzung des Mangano-nitrates bei möglichst schwachem Erhitzen:
Mn (N 0 3 ) 2 = MnO a -f- 2NO ä .
In Form verschieden zusammengesetzter Hydrate schlägt essich aus Manganosalzlösungen bei Zusatz unterchloriger Säure,bei Umwandlung von mangansauren Salzen in diejenigen derUebermangansäure und bei vielen Zersetzungen der letzterenab, und entsteht auch beim Behandeln der Manganidhydratemit Salpetersäure in mässiger "Wärme. Ein constant zusam-mengesetztes Hydrat von der Formel H 2 Mn 5 O n oder,0 (Mn0) . O . (MnO) . OH0 : Mn/
N) (MnO) . 0 . (MnO) . OH