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Eisen.
bunden und bildet dann weisses Roheisen, welches zu-weilen (namentlich bei grösserem Mangangehalte, der auchbedeutende Kohlenstoffaufnahme bedingt) deutliche, grossblätte-rige krystallinische Structur annimmt und dann Spiegeleisenheisst. Bei langsamem Erkalten des geschmolzenen Roheisensdagegen scheidet sich der grössere Theil des gebundenenKohlenstoffes in Form von Graphitblättchen (§. 171) wiederab und man erhält nun das graue Roheisen oder Guss-eisen von körnigem Gefüge.
Weisses Roheisen hat ein specif. Gewicht von 7,6 bis 7,7,ist ausserordentlich hart und spröde, schmilzt relativ leichtund löst sich in Salzsäure fast ohne Rückstand auf, indemsich beträchtliche Quantitäten meist gasförmiger Kohlenwasser-stoffe bilden, welche mit dem Wasserstoffgase entweichen.
Das graue Roheisen dagegen hat ein niedrigeres specifi-sches Gewicht (etwa 7,0), ist so weich, dass es sich leicht be-arbeiten lässt und giebt beim Lösen in Salzsäure wenig Kohlen-wasserstoff, hinterlässt dafür aber einen schlammigen Bodensatzvon Graphit.
777. Schmiedeeisen. Das Roheisen besitzt die werth-vollen Eigenschaften der Dehnbarkeit, sowie der Schmiedbarkeitund Schweissbarkeit in glühendem Zustande nicht, erhält die-selben aber durch Entziehung des Kohlenstoffgehaltes in umso höherem Grade, je vollständiger dieselbe durchgeführt wird.Sie geschieht durch einen Oxydationsprocess und wird ent-weder auf offenen Heerden („Frischheerden") unter aufgeblase-ner Luft, oder in grösseren Massen in Flammöfen, („Puddel-öfen") vorgenommen. In beiden Fällen wird das Roheisen biszum Schmelzen erhitzt, und zwar beim „Frischen" durch auf-geworfene Holzkohle, beim Puddeln dagegen durch von derSeite zusammen mit überschüssigem Luftsauerstoff hinzutretendeFlammengase. Dabei oxydirt sich das Metall an der Oberflächezu Eisenoxyduloxyd, welches aber grossentheils durch denGehalt an Kohlenstoff, Silicium, Mangan u. s. w. der innerenMetallmasse reducirt wird. Die Berührung der verunreinigen-den Beimengungen mit der oxydirten Oberfläche muss durchUmrühren möglichst befördert werden. Der Kohlenstoff ent-weicht dabei als Kohlenoxyd und Kohlensäure, Silicium wirdzu Kieselsäure, welche mit den Bestandtheilen der Kohlen-asche, Manganoxydul und etwas Eisenoxydul die Frischschlackenbildet.