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Aluminiumhyclrate.
lieh erhält man farblose Corundkrystalle, wenn man in feuer-festen Thonmuffeln nebeneinander Fluoraluminium und Bor-trioxyd bis zur Weissgluth erhitzt. Die Dämpfe beider Ver-bindungen setzen sich dann mit einander langsam um:
A1 2 F1 6 + B 2 0 3 = A1 2 0 3 + 2 B Fl sund bilden an den Muffelwandungen zum Theil prachtvollausgebildete Corundkrystalle. Auch durch langes Zusammen-schmelzen von amorphem Aluminiumoxyd mit Borax oderBleioxyd, in denen ersteres etwas löslich ist, werden gut aus-gebildete Corundkrystalle erhalten. Setzt man den Ingredienzien1 bis 2 Proc. vom Aluminiumoxydgewichte an Chromoxyd zu,so erhält man Rubin, durch Zusatz von ebenso viel Kobalt-oxydul und einer Spur Chromoxyd dagegen Saphir.
Amorphes Aluminiumoxyd oder Thonerde wird durchgelindes Glühen der Hydrate, wässerigen Haloide, Nitrate undSulfate als weisses Pulver oder in compacten, harten, horn-artigen Stücken von 3,75 speeif. Gew. erhalten. Bei der Hitzedes Porcellanofens wird es dichter, erlangt das specifische Ge-wicht 4 und nahezu die Härte des Corundes.
Schwach geglühte Thonerde zerfällt im Wasser unter Er-wärmung zu pulverigen Hydraten und löst sich in heisserSchwefelsäure ziemlich leicht zu Sulfat. Krystallisirtes Alu-miniumoxyd wird auch von letzterer kaum angegriffen, vonschmelzenden sauren Alkalisulfaten aber in schwefelsaures Salz,von schmelzenden Aetzalkalien in lösliche Alkalialuminateübergeführt.
718. Aluminiumhydrate oder Thonerdehydratesind von verschiedene!*" Zusammensetzung, und bei gleichenZusammensetzungsverhältnissen von ganz verschiedenartigenEigenschaften, demnach in isomeren Mo dificationen be-kannt.
1. Mineralische Hydrate sind der Hydrargillit,Al a (OH) 6 , welcher in stalaktitischen Massen oder monoklinenKrystallen von 2,3 bis 2,4 speeif. Gew. vorkommt und erstoberhalb 230° anfängt, Wasser abzugeben, ferner der rhombischkrystallisirende Diaspor, A1 2 0 2 (0H) 2 , mit 3,4 speeif. Gew.und endlich der viel häufigere Bauxit. Letzterer enthältstets Kieselsäure und Eisenoxyd und ist amorph. Hydrargillitlöst sich in verdünnter warmer Salzsäure leicht, Diaspor garnicht. Dem Bauxit entzieht die Salzsäure nur das Eisen. Von