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Indium.
Derselbe enthält als Hauptbestandteil noch immer Zink unddaneben zahlreiche andere Metalle, welche aus der Lösung inSchwefelsäure grösstenteils durch Schwefelwasserstoff gefälltwerden. Die stark mit Wasser verdünnte Flüssigkeit scheidetdann bei längerem Kochen basisches Galliumsulfat ab, daswieder in Schwefelsäure aufgenommen und durch Uebersättigenmit Kalilauge — in der das Galliumoxyd löslich ist — vonEisenoxyden getrennt wird. Die alkalische Lösung wird schliess-lich der Electrolyse unterworfen und das auf der negativenElectrode abgeschiedene Gallium mit verdünnter Salzsäure undreinem Wasser gewaschen.
Das Gallium ist ein weisses, zähes und schneidbares Metallvon 5,9 specif. Gew., welches schon bei 30° schmilzt und beimAbkühlen — selbst bei 0° — sehr lange flüssig bleibt. Berührtman es dann mit etwas festem Metall, so erstarrt es in Octae-dern. An der Luft oxydirt es sich kaum, selbst bei Rothgluthnur ganz oberflächlich. Von Salpetersäure wird es in derWärme angegriffen, von Salzsäure dagegen und Kalilauge unterWasserstoffentwickelung leicht gelöst. Das electrische Funken-spectrum des Galliums zeigt eine sehr charakteristische Linieim violetten Theile.
XLV. Indium, In = 113,5.
709. Das Indium wurde im Jahre 1863 von I\eich undRichter mit Hülfe der Spectralanalyse in den FreibergerZinkblenden aufgefunden. Am besten bereitet man es ausFreiberger Zink, welches 0,05 bis 0,1 Proc. Indium enthält,indem man dasselbe in einer nicht ganz zureichenden MengeSalzsäure löst und die Flüssigkeit mit dem nicht verändertenMetalle etwa 36 Stunden lang in Berührung lässt. Auf unver-ändertem Zink findet sich dann eine schwammige Masse abge-schieden, die vorzugsweise aus Blei besteht, aber alles Indiumnebst etwas Zink, Cadmium, Kupfer, Zinn, Eisen und Arsenenthält. Durch Auflösen in ^Salpetersäure, Abdampfen mitSchwefelsäure und Ausziehen mit Wasser wird das Blei alsunlösliches Sulfat entfernt und aus der Flüssigkeit durch über-schüssiges Ammoniak das Indium mit etwas Eisen und Cadmium