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1 (1877) Anorganische Chemie
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Oxyde der Erdalkalimetalle.

Siedhitze dagegen nahezu 42 Theile Sr(OH) 2 -f~ 8H 2 0 auf-nehmen. Beim Erkalten der heiss gesättigten Flüssigkeitscheidet sich die Verbindung in meist tafelartigen Krystallendes quadratischen Systemes aus, welche an der Luft zu einemweissen Pulver von Sr(OH) 2 -f- H 2 0 verwittern. Letzteresverliert bei 100° das letzte Krystallwassermolecul.

522. Bariumoxyd, BaO, oder Aetz-Baryt, ist amleichtesten darstellbar, indem man salpetersaures Barium inkleinen Portionen in einen stark rothglühenden Tiegel ein-trägt und mit neuem Zusätze jedesmal bis zur Vollendung derstürmischen Zersetzung wartet. Der gut bedeckte Tiegel wirdschliesslich noch einige Zeit bis zur Weissgluth erhitzt. DasBariumoxyd ist eine weissgraue, amorphe und leicht zerreib-liche Masse, von hohem, bis zu 5,4 steigendem specif. Gewichte.Mit 1 Mol. Wasser verbindet es sich unter Erglühen zu Ba-riumhydrat, Ba(OH) 2 , welches dabei schmilzt und beim Er-kalten zu einer farbloson, krystallinischen Masse von 4,5 specif.Gewichte erstarrt. Auch in starker "Weissgluth zersetzt sichdas Bariumhydrat in geschlossenen Tiegeln nicht, wohl aberin einem schnellen Luftstrome bei Rothgluth, indem nebenBaryt auch Bariumsuperoxyd entsteht.

Das Bariumhydrat nimmt wie Strontiumhydrat 8 Mol.Wasser auf und liefert damit den sogenannten krystallisir-ten Baryt, Ba(OH) 2 8 H 2 0, welcher — mit der Strontium-verbindung isomorph — in quadratischen Tafeln oder Säulenkrystallisirt. Diese Verbindung schmilzt bei 78° bis 79° undverliert dabei schnell — langsam beim Verwittern in trocknerkohlensäurefreier Luft — 7 Mol. Krystallwasser. Der Rück-stand von Ba (O H) 2 -}- H 2 0 zersetzt sich bei 100° noch nicht,sondern schmilzt bei schwacher Rothgluth unter beträchtlichemAufschäumen und verwandelt sich in wasserfreies Hydrat.

100 Theile Wasser lösen bei 0° 3,15 Theile krystallisirtenBaryt, bei 20° schon 7,7 Theile, so dass der Gehalt der Baryt-wasser genannten Lösung an Ba(OH) 2 auf 100 Theile "Wassertotal bei 0° = 1,7 Theile, bei 20° = 3,9 Theile beträgt. DieLöslichkeit nimmt mit der Temperatur schnell zu; die bei 100°gesättigte Lösung enthält auf 100 Theile "Wasser etwa 35 Theilewasserfreien Hydrates.

An der Luft absorbirt Barytwasser schnell Kohlensäureund trübt sich dabei unter Abscheidung von amorphem kohlen-saurem Salze.