Halogenverbindungen der Alkalimetalle. 545
werden, grosse Mengen des Gases und gehen dabei in metallischglänzende Verbindungen über, welche bei stärkerem Erhitzen —im Vacuum dagegen langsam schon unterhalb der Temperaturihrer Bildung — wieder dissociirt werden. Diese Metallhydrürescheinen auf ein Atom Wasserstoff stets zwei Atome Metallzu enthalten.
Kaliumhydrür, K 2 H, ist eine spröde, krystallinischeMasse, welche sich an der Luft sofort von selbst entzündet.
Natriumhydrür, Na 2 H, wird erst unterhalb 0° sprödeund schmilzt bei niedrigerer Temperatur als das Natrium fürsich. Es entzündet sich an der Luft nicht von selbst.
Halogenverbindungen der Alkalimetalle.
434. Die in reinem Zustande immer farblosen Alkalimetall-haloide kommen zum grossen Theile fertig gebildet, wennauch meist nicht in reinem Zustande, in der Natur vor. Sielassen sich ausnahmslos durch Neutralisation der Halogen-wasserstoffsäuren mit den Hydraten und kohlensauren Salzender Alkalimetalle darstellen und durch Verdunsten ihrer Lö-sungen krystallinisch gewinnen. In wasserfreiem Zustandekrystallisiren sie regulär, meist in Würfeln, seltener auch inOctaedern. Die Krystalle schliessen in der Regel etwas Wassermechanisch ein und verknistern desshalb bei schnellem Er-hitzen über 100°. Bei Bothgluth schmelzen sie sämmtlich undbeginnen dabei meist schon in Dampf überzugehen, so dassman siej in offenen Tiegeln nicht ohne Gewichtsverlustglühen kann. Die Jodverbindungen zersetzen sich beimSchmelzen an der Luft etwas unter Bildung von Hydrat oderCarbonat und freiem Jod. Die Verdampfung findet bei ana-logen Haloiden um so leichter statt, je höher das Atomgewichtdes Metalles ist. Im Allgemeinen schmelzen und verdampfendie Fluorüre am schwersten.
Von Wasser werden sie ausnahmlos gelöst, in grössterMenge die Jodüre, schwerer die Bromiire, noch weniger dieChlorverbindungen und — wenigstens gilt dies für Lithiumund Natrium — am schwersten die Fluorverbindungen. DieStrecker-Wislicenus, Anorganische Chemie. 35