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1 (1877) Anorganische Chemie
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Molybdän uncl Wolfram.

Verbindungen des Molybdäns und Wolframs mit denElementen der Stickstoffgruppe.

425. Die Halogenverbindungen des Molybdäns und Wol-frams setzen sich mit trocknem Ammoniakgase unter Erwär-mung zu Stickstoffverbindungen um, welche grau oder schwarzgefärbt sind und nur schwer von constanter Zusammensetzunggewonnen werden können. Dieselben enthalten, wenn die Tem-peratur nicht bis zu lebhaftem Glühen gesteigert wird, sämmt-lich Wasserstoff. Schmelzendes Kaliumhydrat führt sie stetsunter Ammoniakentwickelung in molybdänsaures, resp. wol-framsaures Salz über.

Molybdänpentachlorid z. B. verwandelt sich in zugeleitetemAmmoniakgase von selbst in eine schwarze blasige Masse, vonder Zusammensetzung Mo 6 N 10 II 4 , welche beim Glühen Stickstoffund Wasserstoff verliert und zuletzt zu grauschwarzem Mo 5 N 3wird.

Die höheren Chlorverbindungen des Wolframs geben mitAmmoniak zunächst die schwarze Verbindung W 8 N fi H 4 . welchebeim Erhitzen im Wasserstoffstrome zu W 3 N 4 H 4 , beim Glühenim Ammoniakgase zu Stickstoffwolfram, W 3 N 2 , wird. Letz-teres zerfällt bei Weissgluth und hinterlässt metallischesWolfram.

Verbindungen mit Phosphor erhält man beim Zusammen-schmelzen von Metaphospborsäure mit Molybdän- oder Wol-framsäure in Kohletiegeln, wenn man die Hitze schliesslichzur heftigsten Weissgluth steigert. Die Verbindungen sindblasige, graue, metallglänzende Krystallmassen. So wurde einPhosphormolybdän, Mo 2 P 2 und Phosphorwolfram,W 4 P 2 , in sechsseitigen Prismen erhalten. Metallisches Wol-fram vereinigt sich mit Phosphor, wenn es im Dampfe desletzteren geglüht wird zu W 3 P 4 .