534
Molybdän und Wolfram.
Carbonaten entstehenden Salze, M s Si W 12 0 42 , fast ohne Aus-nahme ebenfalls in Wasser löslieh und krystallisirbar sind.An überschüssig zugesetzte Salzsäure geben dieselben die Hälfteihres Metallgehaltes ab und gehen dabei in die sauren SalzeM 4 H 4 Si W 12 0 42 über. Das neutrale Kaliumsalz, z. B.:
K 8 SiW 12 0 42 -f 14ILObildet Krystallkörner, welche sich im zehnfachen GewichteWasser lösen und giebt auf Salzsäurezusatz die hexagonalenPrismen des sauren Salzes K 4 H 4 SiW 12 0 42 -f- 1GH 2 0.
Kocht man die Lösung des heptawolframsauren Ammonsmit Kieselgallerte, so entsteht das Ammonsalz der Kiesel-deciwolframsäure, die ebenfalls mit Hülfe des Mercuro-salzes abgeschieden und durch genaues Zersetzen desselbenmit Salzsäure gewonnen wird. Beim Verdunsten der Flüssigkeithinterbleibt sie als farbloses, an feuchter Luft zerfliesslichesGlas von der Formel H 8 SiW 10 O 36 -|- 3H 2 0. Ihre SalzeM 8 SiW 10 O 36 sind meist sehr leicht löslich. Verdampft mandie Lösung der freien Säure in der Wärme, so scheidet sichetwas Kieselsäure ab und später krystallisirt die der Kiesel-duodeciwolframsäure isomere Kieselwolframsäure in tri-klinoedrischen Prismen von der Formel H 8 SiW 12 0 42 -f- 20H 2 O.Ihre Salze weichen von den analogen der Kieselduodeciwolfram-säure in Krystallwassergehalt, Krystallform und durch meistnoch leichtere Löslichkeit ab.
Sulfide des Molybdäns und Wolframs.
424. Jedes der beiden Elemente liefert zwei Schwefel-verbindungen, von denen die eine zwei, die andere, den Säure-anhydriden entsprechend, drei Schwefelatome enthält; dasMolybdän bildet ausserdem ein saures Supersulfid, MoS 4 . Diehöheren Sulfide zersetzen sich, wenn sie bei Luftabschluss ge-glüht werden, sämmtlich in Schwefel und die niedrigsten Sul-fide MoS 2 und WS 2 . Von Säuren werden die Schwefelverbin-dungen nicht verändert. Die Alkalimetallsulfide dagegen lösenMoS 3 , WS 3 und MoS 4 zu Thiosalzen.
Molybdäntetrasulfid oder Molybdänsulfür, MoS 2 ,bildet das graphitähnliche, undeutlich hexagonal krystallisirendeschwarzgraue, metallglänzende und sehr weiche Mineral Mo-lybdänglanz. Künstlich erhält man es durch Erhitzen der