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1 (1877) Anorganische Chemie
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XXII. Zirkonium, Zr = 89,5 oder 90.

388. Das Zirkonium findet sich sehr selten, am häufigstennoch als Zirkon, ZrSi0 4 , welcher in durchsichtigen quadra-tischen Krystallen den geschätzten Edelstein Hyazinth bildet.Wird das äusserst fein gepulverte Mineral mit kohlensauremNatrium zusammengeschmolzen, so entsteht neben Natrium-silicat das Zirkonat:

Zr 0 4 Si 2Na 2 C0 3 = 2C0 2 + Na 2 Si0 3 + Na 2 Zr0 3 .Chlorwasserstoffsäure zersetzt die erkalteten Salze in Chlor-natrium, Chlorzirkonium und Kieselsäuregallerte. Dampft manhierauf die Masse v zur Trockne ab, so wird die Kieselsäureunlöslich, während wässerige Salzsäure nunmehr nur Chlor-natrium und Zirkoniumoxychlorür, ZrOCl 2 , aufnimmt. Am-moniak fällt dann aus der Flüssigkeit das ZirkonhydratZr (OH) 4 .

Eine andere Methode der Zersetzung des Zirkons bestehtdarin, dass man das fein gepulverte Mineral mit dem drei-fachen Gewichte Fluorwasserstofffluorkalium allmälig erhitztund die erkaltete Masse mit verdünnter wässeriger Flusssäureauslaugt. Hierbei bleibt Kieselfluorkalium zurück, währendsich Zirkonfluorkalium, K 2 ZrFl 6 , löst und beim Verdunstenin rhombischen Prismen krystallisirt. Durch Erhitzen mitconcentrirter Schwefelsäure wird es in Kaliumsulfat, Zirkon-sulfat und entweichende Flusssäure zersetzt, worauf aus dermit Wasser verdünnten Lösung durch Kochen mit saurenschwefligsauren Alkalien Zirkonhydrat niedergeschlagen wird,wogegen etwa vorhandenes Eisen in Lösung bleibt.

Das Zirkonium wird aus dem Zirkonfluorkalium durchErhitzen mit Kalium oder Natrium als schwarzes, an derLuft leicht zu Zr0 2 verbrennendes Pulver erhalten. Wendetman als Reductionsmittel Aluminiummetall im Ueberschussean (vergl. §. 365), so löst letzterer das Zirkonium auf undscheidet es bei langsamem Erkalten in fast zinnweissen, me-tallischen Blättern von 4,15 specif. Gewicht ab, welche sicherst bei Weissgluth an der Luft langsam oxydiren und vonverdünnten Säuren, mit Ausnahme der Flusssäure, nicht an-gegriffen werden.