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1 (1877) Anorganische Chemie
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Verbindungen des Titans.

382. Die II alo ge n ver b in d ung en des Titans ent-sprechen nach Darstellung und Eigenschaften denen des Si-liciums.

Titantetrafluorür ist noch nicht rein erhalten worden. De-stillirt man gepulvertes Titansäureanhydrid aus Bleiretortenmit Flussspath und Schwefelsäure, so erhält man kein Gas,sondern nur einige ölige Tropfen, welche allerdings Fluor ent-halten und hei Wasserzusatz Titansäure abscheiden.' BeimAuflösen von Titansäureanhydrid in wässeriger Flusssäure ent-steht wässerige Titanfluorwasserstoffsäure (vergl. §. 369), H 2 TiFl 6 ,welche mit den Oxyden, Hydraten und Carbonaten basischerMetalle die den entsprechenden Siliciumverbindungen isomor-phen Titanfluormetalle, M 2 TiFl 6 , liefert. Diese Salze bildensich auch bei Behandlung der Titanate mit Fluorwasserstoff; z. B.

K 2 Ti 0 3 -f 6 HF1 = K 2 TiFl 6 + 3H 2 0.

Leitet man über erhitztes Titanfluorkalium ein Gemengevon Chlorwasserstoff und Wasserstoffgas, so entsteht Titan-trifluorür, Ti 2 Fl 6 , in Form purpurrother prismatischer Kry-stalle.

Ein inniges Gemenge von Titansäureanhydrid und Kohlegeht bei heftigem Glühen im Chlorgasstrome in Titantetra-chlorür, TiCl 4 , über, welches sich in abgekühlten Vorlagencondensirt. Durch Schütteln mit Quecksilber und Destillation vonabsorbirtem Chlorgas befreit, bildet es eine farblose, an feuchterLuft rauchende und bei 136° siedende Flüssigkeit von 1,76specif. Gew. und 6,836 Dampfdichte. Mit wenig Wasser vereinigtes sich unter starker Wärmeentwickelung zu schlecht krystalli-sirenden Verbindungen, TiCl 4 -[- 2H a O und Ti Cl 4 -f- 5H 2 0.In viel Wasser löst es sich klar auf, beim Kochen der starkverdünnten Lösung aber scheidet sich Titansäure ab.

Wirdein Gemenge von Titantetrachlorürdampf und Wasser-stoffgas durch schwach rothglühende Bohren geleitet, so setzensich dunkel violette, stark glänzende Schuppen von Titan-trichlorür, Ti 2 Cl 6 , ab, welche sich in Wasser mit violetterFarbe lösen. Dieselbe Lösung erhält man beim Erwärmen vonTitan mit wässeriger Salzsäure. Bei starker Rothgluth zerfälltes in dampfförmiges Tetrachlorür und ein schwarzes, in einerWasserstoffgasatmosphäre sublimirbares Titandichlorür,TiCl ä oder wahrscheinlicher Ti 2 Cl 4 , welches Wasser unterWasserstoffgasentwickelung zersetzt.