Silicium. 475
ständige, mit den Säuren beständigere Salze, und Thoriumoxydtritt nur noch mit den Säuren in Verbindung.
Die Affinität zum Sauerstoff ist bei allen Elementen derGruppe eine so bedeutende, dass die Oxyde sich durch Glühenmit Kohle nicht reduciren lassen.
XX. Silicium oder Kiesel, Si = 28.
365. Das Silicium kommt in der Natur ausserordentlichverbreitet und stets im oxydirten Zustande vor. Das anhy-drische Oxyd, Si0 2 , bildet das Mineral Quarz, mehrere seinerHydrate die selteneren Opalarten; in grösster Masse aber neh-men die kieselsauren Salze oder Silicate an der Bildung derErdrinde Theil.
Aus dem Oxyde lässt sich das Silicium nicht rein abschei-den. Zwar tritt beim Zusammenschmelzen von fein pul.veri-sirtem Kieselsäureanhydrid mit Kalium oder Natrium theil-weise Reduction gemäss der Gleichung
3Si0 2 +• 2 Na a = 2Na a Si0 3 +■ Siein; die Zersetzung findet aber, da bei der betreffenden Tem-peratur sowohl das Oxyd wie das Element unschmelzbar sind,nur an der Oberfläche der Partikelchen des ersteren statt.
Zur Abscheidung des Siliciums eignen sich dagegen dieHalogen Verbindungen, deren Dampf mit erhitztem Natrium sichleicht umsetzt, z. B.:
Si Fl 4 -f 2Na 2 = 4NaFl -f- Siund SiCl 4 -(- 2Na 2 = 4NaCl -j- Siund noch besser die bei Rothgluth nicht verdampfenden aberschmelzenden Verbindungen von Fluorsilicium mit den Fluo-rüren der Alkalimetalle.
Schichtet man z. B. in einem eisernen Tiegel drei Theiletrocknes Kieselfluornatrium mit einem Theile in dünne Schei-ben geschnittenes Natrium, so findet beim Erhitzen energischeReaction nach der Gleichung:
Na 2 SiFl 6 -f- 2 Na 2 = 6 Na Fl -f- Sistatt. Beim Auskochen der erkalteten Schmelze mit Wasser