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1 (1877) Anorganische Chemie
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Niob- und Tantalverbindungen.

Beim nachherigen Behandeln mit Wasser löst sich das schwefel-saure Kalium, während das Pentoxyd als farbloses Pulverzurückbleibt.

355. Niob pentoxyd, Nb 2 0 6 , oder Niobsäureanhy-drid, ist ein weisses, beim Erhitzen vorübergehend gelb wer-dendes unschmelzbares Pulver von 4,5 specif. Gewicht. In ge-schmolzenem Borax löst es sich und krystallisirt beim Erkaltenin rhombischen Blättchen aus..

Tantalpentoxyd, Ta 2 O s , oder Tantalsäureanhy-drid, ähnelt vorigem durchaus, hat aber das specif. Ge-wicht 7,35.

Unter den Salzen beider Säuren, den Niobaten und Tanta-laten, sind nur die der Alkalimetalle in Wasser löslich. Mangewinnt dieselben von complicirter Zusammensetzung, z. B.:

K 8 Nb 6 0 19 -f 16H 2 0 und K 8 Ta 6 0 19 + 16H 2 0,wenn man die Anhydride mit Aetzkali im Ueberschusse schmilztund die ganze Masse in möglichst wenig lauwarmem Wasserlöst, beim Erkalten in monoklinen Prismen, welche durchKochen mit reinem Wasser zersetzt werden. Dabei entstehendie den Metaphosphaten und Metavanadaten entsprechendeneinbasischen Niobate und Tantalate:

KNb0 3 -|- 2H 2 0, rhombische, in Wasser etwas lösliche Octae-der und

KTaO s , fast unlösliches weisses Pulver.

Durch heftigstes Glühen in einer Wasserstoffatmosphärekann das Niobpentoxyd zuNiobtetroxyd, Nb 2 0 4 , einem blau-schwarzen Pulver, reducirt werden, das weder von Säuren nochAlkalien angegriffen wird. Das entsprechende Tantaltetra-oxyd, Ta 2 0 4 , bildet sieh nur, wenn man Tantalsäureanhydridmit Kohle der Weissgluth aussetzt, und ist eine dunkelbrauneMasse.

Vom Niob erhält man eine noch sauerstoffärmere Verbin-dung, das Nioboxydul, NbO, wenn Kaliumnioboxyfluoridmit Natrium geschmolzen wird:

K 2 Nb 0 Fl 5 + 3 Na = 2KF1 -f 3 Na Fl -f NbO.

Nach dem Ausziehen der Alkalimetallfluorüre mit Wasser bleibtes als schwarzes Pulver zurück, welches beim Erhitzen an derLuft zu Niobpentoxyd, im Chlorgase dagegen zu Nioboxy-chlorid, NbOCl 3 , verbrennt. Letzteres ist eine farblose,