Vanad, Niob und Tantal.
349. Die drei, in dieser Gruppe zusammengefassten selte-neren Elemente schliessen sich naturgemäss an diejenigen derPhosphorgruppe an. Sie sind wie die letzteren gegenüber dennegativen Elementen fünfwerthig, bilden aber mit ihnen theil-weise auch ungesättigte Verbindungen. Dem Phosphor undArsen am nächsten steht das Vanadium; Niob und Tantal zei-gen stärkere Abweichungen, sind einander aber in ihren Ver-bindungen so ähnlich, dass sie — mineralisch stets zusammenvorkommend — nur sehr schwer und wahrscheinlich bis jetztnicht ganz vollkommen von einander getrennt werden können.
XVI. Vanad oder Vanadium, Vd = 51,5.
350. Das nach V a n a d i s, einem Beinamen der ger-manischen Göttin Freya benannte, und im Jahre 1830 vonSefström entdeckte Vanadium findet sich nur in Form vanad-saurer Salze. Unter diesen ist namentlich der Vanadinit,Pb 6 (Vd 0 4 ) 3 Cl, dadurch wichtig, dass er dem Apatit, Ca 5 (P 0 4 ) 3 Cl,Pyromorphit, Pb 5 (P0 4 ) 3 Cl, und Mimetesit, Pb ä (As 0 4 ) 3 Cl, iso-morph ist. Weit verbreitet, aber in der Regel nur in sehrgeringen Mengen, findet sich die Vanadsäure in vielen Eisen-erzen, namentlich in Bohn- und Thoneisenerzen und manchenEruptivgesteinen.
In freiem Zustande lässt sich das Vanad nur durch langesGlühen seiner sauerstofffreien Chlorverbindungen im