390 Elemente der Phosphorgruppe.
Das Antimon existirt nur in einer einzigen metallischenkrystallinischen Modification. Es ist fast silberweiss, starkglänzend und sehr spröde und besitzt stets in ausgezeichnetemGrade krystallinisches Gefüge. Das specif. Gewicht ist = 6,7bis 6,8. Bei 430° schmilzt es und erstarrt zu einem Regulus,dessen Oberfläche färrenkrautähnliche Krystallisation zeigt.Lässt man geschmolzenes Antimon in grösserer Menge ober-flächlich erstarren und dann den noch flüssigen Inhalt durchein in die Decke gestossenes Loch ausfliessen, ähnlich wiebei Schwefel (§. 236 b), so findet sich der Hohlraum mit spitzenRhomboedern von etwa 87° Endkantenwinkel ausgekleidet.Bei Weissglühhitze kann das Metall in einem Wasserstoffstromedestillirt werden.
Bei gewöhnlicher Temperatur verändert sich das Antimonselbst an feuchter Luft nicht, in geschmolzenem Zustande da-gegen nimmt es Sauerstoff auf und verbrennt bei starker Glüh-hitze mit glänzender Flamme zu einem Gemisch von Trioxydund Tetroxyd. Mit Chlorgas vereinigt es sich schon bei ge-wöhnlicher Temperatur unter Feuererscheinung. Von Salpeter-säure wird es je nach der Concentration derselben zu Trioxydoder Antimonsäure, welche sich beide als unlösliche weissePulver abscheiden, oxydirt. Salzsäure ist ohne Einwirkung,heisse Schwefelsäure dagegen verwandelt das Metall unter Ent-wickelung von schwefligsaurem Gase in Antimonsulfat.
Da die Dichte des Antimondampfes nicht bestimmt ist, soist seine Moleculargrösse unbekannt.
XV. Wismuth, Bismutlmm , Bi = 210.
289. Das schon im 15. Jahrhundert von Basilius Va-lentinus erwähnte, aber erst 1739von Pott genau beschrie-bene Wismuth gehört zu den selteneren Metallen. Es findet sichin Verbindung mit Sauerstoff, Schwefel oder Tellur, am häu-figsten aber als gediegenes, d. h. freies, metallisches Wis-muth auf Gängen in Granit und Thonschiefer. Von den be-gleitenden Gesteinen wird es durch Aussaigern, d. h. Aus-schmelzen in schräg liegenden eisernen Röhren, getrennt,deren mehrere neben einander in dem „Saigerofen" liegen und